Schneedecke soll Betten kräftig füllen

Osttirols Tourismus will mit den traumhaften Pistenbedingungen gehörig punkten. In eine kurzfristig gestartete Werbekampagne flossen 35.000 Euro. Im Visier hat man vor allem schnellentschlossene Schneehungrige.

Von Claudia Funder

Lienz –Wer in den vergangenen Tagen auf Osttirols Bergen unterwegs war, kann es nur bestätigen: traumhafte Bedingungen, wohin das Auge reicht. Nach dem massiven Schneefall zu Stefani, der Osttirol in eine Winterlandschaft verwandelte, gab es gestern noch einen kleinen Nachschlag, der die Schneedecke erneut um etliche Zentimeter aufstockte.

Während viele Wintersportdestinationen noch sehnlichst auf baldiges Weiß von oben warten, bieten die Skigebiete im Bezirk Lienz beste Voraussetzungen. Auf den Bergen liegt ein satter Meter Schnee. Und damit soll in Zeiten des traditionellen Jännerlochs gepunktet werden.

Auf kolportierte Schneemeldungen alleine, in denen Osttirol in den letzten Wochen omnipräsent war, wollte sich der heimische Tourismus nicht verlassen. Es galt, die große Chance beim Schopf zu packen.

Die Osttirol Werbung nahm deshalb kurzfristig Geld in die Hand, um den Nah­markt noch einmal gehörig in Schwung zu bringen. „35.000 Euro flossen in eine zusätzliche Werbekampagne“, erklärt Bernhard Pichler, Marketing-Leiter der Osttirol Werbung, auf Nachfrage der TT. Auf den Neuschnee reagiert habe man sofort, bereits am 27. Dezember. Seit vorgestern laufen im österreichischen Fernsehen Werbespots, die den Gusto auf den Urlaub in Osttirol wecken sollen. „Insbesondere zur Primetime zwischen 19 und 21 Uhr“, ergänzt Pichler.

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In Windeseile wurde zusätzlich ein Radiospot mit dem verheißungsvollen Titel „Frau Holle ist wählerisch – 1 Meter Pulverschnee in Osttirol“ produziert, welcher derzeit via Ö3 über den Äther gejagt wird. „Es handelt sich um einen Sechs-Sekunden-Spot, der mehrmals pro Tag bis 20. Jänner gesendet wird.“

Die Werbetrommel wird auch online und in Printausgaben gerührt, mit Großschaltungen, Image-Inseraten, auf Internetplattformen, mit neuen Bannern und in Reiseteilen von Zeitungen.

In Österreich fokussieren sich die Aktivitäten im Print-Bereich auf Wien, Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark. Der Blick wird aber auch Richtung Deutschland gerichtet, wo in Zeitungen geworben wird. Hier hat man Bayern im Visier. „Auf dem deutschen Markt ist es schwer, eine Durchdringung zu erfahren, da verbreitet wurde, dass in Österreich kein Schnee liegt“, betont Pichler. „Sowohl die Österreichwerbung als auch die Tirol-Werbung haben uns sehr unterstützt. Am 1. Jänner wurde etwa ein Video im Großglockner Resort gedreht.“

Doch welche Zielgruppe will und kann man mit der kurzfristig ausgerollten Werbekampagne überhaupt erreichen? „Sicher vor allem Kurzentschlossene“, erklärt Pichler. „Familien haben ihren Winterurlaub meist schon langfristig gebucht und stornieren auch nicht spontan, wenn zu wenig Schnee liegt. Merklich erhöht hat sich aber die Zahl der Wochenendurlauber“, weiß Pichler vom positiven Feedback vieler heimischer Betriebe.

Die Bilderbuch-Fotos vom tiefverschneiten Osttirol erregten in den letzten Wochen jedenfalls große Aufmerksamkeit, gerade deshalb, weil es vielerorts frühlingshaft grün ist. Das Interesse potenzieller Osttirol-Urlauber ist enorm, das beweist auch die gestiegene Anzahl an Klicks auf der Homepage der Osttirol-Werbung. Und das verheißt auch Hoffnung auf eine gute Buchungslage weit über den Jänner hinaus. „Die Schneesicherheit, die der Bezirk Wintersportlern noch länger bieten wird, führte auch schon zu Anfragen für die Semesterferien und bis weit in den März hinein“, freut sich der Marketingleiter der Osttirol-Werbung. Demnach könnte der Sonnenskilauf in dieser Saison noch ein starkes Thema werden.

Nächtigungszahlen für den Dezember liegen noch nicht auf dem Tisch, aber die Stimmung ist gut. Fast alle Betriebe, die ihre Ergebnisse online melden, verzeichneten einen Zugewinn an Nächtigungen. „Ich rechne mit einem deutlichen Plus im Vergleich zum Dezember 2012“, erklärt Pichler. Die aktuellen Schnee-Bedingungen und die Buchungslage verheißen mit Sicherheit auch für die Jänner-Bilanz Gutes.


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