Bremse bei Gästebetten gezogen

Durch Regularien für Neu- und Umwidmungen will der Planungsverband Zillertal auf die Bettenentwicklung einwirken.

Von Angela Dähling

Mayrhofen –Knapp 50.700 Gästebetten wollen im Zillertal laut Statistik der Tiroler Landesregierung von 2012 gefüllt werden. Das sind um 17 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren. 2022 würden es bei ungebremster Dynamik 59.000 Betten sein, rechnet BM Hansjörg Jäger als Planungsverbandsobmann im Zillertal hoch.

Eine alarmierende Entwicklung, zumal das hohe Bettenangebot seit Jahren für Dumpingpreise im Tal sorgt. Deren Bürgermeister wollen dem im Rahmen ihrer raumordnerischen Möglichkeiten entgegenwirken. Sie haben die Geschäftsordnung ihres Planungsverbandes im Sinne einer Bettenregulierung erweitert. „Das ist kein Bettenstop. Aber wir wollen damit erreichen, dass es in den nächsten zehn Jahren zu keiner Erhöhung des Gesamtkontingents kommt“, erklärt Jäger. Ein Eingriff in bestehende Widmungen ist nicht möglich. Bei Um- und Neuwidmungen aber gibt es – auf freiwilliger Basis der Gemeinden – Regularien, die angewendet werden sollen. Widmungen für Kettenhotels, Time-Sharing-Modelle, Chalet-Dörfer ab 40 Betten, neue Großbeherbergungsbetriebe und Erweiterungen bestehender auf mehr als 350 Betten seien demnach zu versagen. Bei Widmungsänderungen für Neuerrichtungen oder Erweiterungen von 40 und mehr Betten müssen weiters gewisse Kriterien erfüllt werden – darunter Frühstück als Mindestverpflegungsangebot, um Wertschöpfung und Qualität zu steigern, wie Obmann-Stv. Robert Pramstrahler erklärt.

„Mit dieser Geschäftsordnung betreten wir absolutes Neuland im Alpenraum“, sagt Projektbegleiter Jochl Grießer. Sie wird am 29. Jänner ab 19.30 Uhr öffentlich im FeuerWerk Fügen präsentiert. Obmann Jäger weiß, dass das Erreichen der Ziele mit den Bürgermeistern und Gemeinderäten steht und fällt. „Wir fordern, dass die Bürgermeister in dieser Sache Rückgrat beweisen und Projekte, die unseren Zielen entgegenstehen, von vornherein abweisen.“


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