Dänische Touristin und Deutsche in Indien vergewaltigt

Eine Urlauberin verirrt sich, fragt nach dem Weg - und wird von einer Gruppe Männer vergewaltigt. Dieser Horror soll einer Dänin in Indien widerfahren sein. Kurz zuvor hatte eine Deutsche eine Vergewaltigung in dem Land angezeigt.

Immer öfter werden Vergewaltigungsfälle in Indien angezeigt. Die Frauen fordern ihre Rechte ein.
© EPA/DIVYAKANT SOLANKI

Neu Delhi – Innerhalb weniger Tage sind in Indien nach Polizeiangaben eine Deutsche und eine Dänin vergewaltigt worden. Die 18 Jahre alte Deutsche, Mitarbeiterin einer Freiwilligen-Organisation, soll am Freitag im Schlafwagen eines Zugs in Südindien von einem Mann missbraucht worden sein. „Sie hat am Montag Anzeige erstattet“, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch. Der mutmaßliche Täter sei gefasst.

Die dänische Touristin wurde am Dienstagabend nach eigener Aussage in der Hauptstadt Neu Delhi von mehreren Männern vergewaltigt und beraubt. Die 51-Jährige habe sich auf dem Weg ins Hotel verlaufen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Als sie nach der Adresse fragte, habe eine Gruppe von acht Männern die Frau mit einem Messer bedroht und zu einem abgelegenen Ort gebracht. Dort hätten sich die Angreifer an ihr vergangen, sagte ein Polizeisprecher. Nach der Vergewaltigung sei die Dänin noch zwei Stunden von ihren Peinigern festgehalten worden, berichtete die Polizei. Mit einer motorisierten Rikscha sei sie schließlich ins Hotel zurückgelangt. In der Nähe des Tatorts wurden nach Angaben eines TV-Sender mehrere Verdächtige festgenommen.

Seit der Gruppenvergewaltigung einer Studentin in einem Bus in Neu Delhi Ende 2012 steht sexuelle Gewalt in Indien im Fokus der Öffentlichkeit. Das damalige Opfer war knapp zwei Wochen nach dem Angriff gestorben. Gerichte arbeiten seitdem schneller: Erst jüngst wurde ein Mann zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er sich an einer Spanierin in Mumbai vergangen hat. Sechs Männer, die 2013 über eine Schweizer Touristin herfielen, müssen ebenfalls lebenslang hinter Gitter.

Trotzdem nehmen die Meldungen über Vergewaltigungen von Frauen, darunter Touristinnen, keinen Abbruch. „Die Regierung in Delhi verspricht schon lange, die Sicherheit für Frauen zu erhöhen, das sollte eine ernsthafte Priorität werden“, sagte die Vorsitzende der „Nationalen Kommission für Frauen“, Mamta Sharma, Journalisten. „Verbrechen gegen Frauen werden weiter regelmäßig begangen.“

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Zuletzt hatte vor knapp zwei Wochen der Fall einer Polin Schlagzeilen gemacht. Die 33-Jährige soll von einem Taxifahrer betäubt und vergewaltigt worden sein, als sie mit ihrer zwei Jahre alten Tochter auf dem Weg von Mathura nach Neu Delhi war. (dpa)

In Indien werden Mädchen und Frauen häufig Opfer von Gewalt. Einige spektakuläre Fälle:

Dezember 2013: Zwei Männergruppen vergehen sich in der südindischen Stadt Puducherry mehrfach an einer 21-Jährigen. Viele Verdächtige kommen in Haft.

Dezember 2013: Eine 28 Jahre alte deutsche Touristin soll im Badeort Goa von ihrem Yogalehrer vergewaltigt worden sein. Der mutmaßliche Täter wird festgenommen.

Oktober 2013: Mehrere Männer vergewaltigen eine Schülerin in der Stadt Madhyamgram. Weil das Opfer zur Polizei ging, sollen sich die Täter erneut an dem Mädchen vergangen haben. Wochen später ist die junge Frau tot - Bekannte ihrer Peiniger sollen sie angezündet haben.

Juni 2013: Eine 20 Jahre alte Studentin wird nahe der Metropole Kolkata von mehreren Männern vergewaltigt und getötet. Drei Verdächtige werden festgenommen. Wenige Tage zuvor war eine US-Urlauberin im nordindischen Touristenort Manali von drei Männern vergewaltigt worden. Die mutmaßlichen Täter wurden gefasst.

April 2013: Mehrere Vergewaltigungen von sehr jungen Mädchen werden bekannt. Eine Vierjährige stirbt an den Folgen eines Übergriffs in der Stadt Nagpur. In Neu Delhi liegen zwei weitere kleine Mädchen nach Vergewaltigungen in der Klinik.

März 2013: Eine Schweizer Touristin wird im Bundesstaat Madhya Pradesh mit ihrem Partner überfallen und mehrfach vergewaltigt. Sechs Täter werden im Juli zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

Dezember 2012: Mehrere Männer vergewaltigen eine 23 Jahre alte Studentin in einem Bus in Neu Delhi. Die Polizei nimmt sechs Verdächtige fest. Die Frau stirbt später an ihren Verletzungen. Der mutmaßliche Drahtzieher wird im März 2013 erhängt in seiner Zelle gefunden. Ein zur Tatzeit 17-Jähriger wird später zu drei Jahren Jugendarrest, die vier volljährigen Angeklagten werden als Mörder zum Tod verurteilt. Im Oktober legen zwei Verurteilte Berufung ein.


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