„Die Zustimmung der Gemeinde ist das Wichtigste“

Landesrätin Christine Baur sprach mit der TT über den geplanten Roma-Lagerplatz in Leisach und die Information des Bürgermeisters.

Leisach, Innsbruck –Im Leisacher Ortsteil Burgfrieden hat eine Privatperson dem Land ein Grundstück angeboten: Es könnte als Durchreiseplatz für Roma und Sinti dienen. Hintergrund: Es soll österreichweit solche Lagerplätze geben, um zur Integration der Roma und Sinti beizutragen. In Tirol existiert bisher keiner. Allerdings startete das Projekt mit einem Misston: Der Leisacher Bürgermeister Dietmar Zant musste von dem Plan aus den Medien erfahren und fühlte sich brüskiert.

Wie ist es dazu gekommen, dass der Bürgermeister nicht informiert war?

Christine Baur: Der zeitliche Ablauf war so: Ich bekam von einem Privaten aus Osttirol das Angebot für einen solchen Lagerplatz auf seinem Grundstück. Das habe ich auch im Landtag gesagt. Beim Osttiroler Bezirkstag wurde ich dann von den Medien danach gefragt, es wurde berichtet.

Wie wäre der Ablauf denn vorgesehen gewesen?

Baur: Ich wollte den Platz persönlich anschauen, dann mit der Roma-Plattform über die Eignung reden und erst danach den Bürgermeister und die Bevölkerung informieren. Das hat ja erst Sinn, wenn sich die Eignung herausstellt.

Während des Pressegesprächs beim Osttiroler Bezirkstag wurde erwähnt, dass es bereits ein Gespräch mit dem Bürgermeister gegeben habe, dieser behauptet jedoch das Gegenteil.

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Baur: Ich habe nicht mit ihm gesprochen. Woher dieser Widerspruch kommt, kann ich nicht sagen.

Wie geht es mit dem Projekt nun weiter?

Baur: Es hat sich herausgestellt, dass der Platz insofern geeignet wäre, als er an der Reiseroute der Roma liegt. Zurzeit wird eine kleine Studie bezüglich der Eignung erstellt, die im Laufe des Februars fertig sein soll. Es soll aber auch eine Infoveranstaltung für Bürgerinnen und Bürger in Leisach geben.

Mit dem Grundbesitzer besteht also Konsens, und an der Reiseroute liegt der Platz auch. Wie sieht es mit der Gemeinde Leisach aus? Die muss die Fläche schließlich widmen.

Baur: Ja, natürlich. Die Zustimmung der Gemeinde ist das Wichtigste.

Sind Sie zuversichtlich, was die Stimmung bei den Leisacherinnen und Leisachern betrifft?

Baur: Meine Erfahrung ist: Sobald es direkten Kontakt mit der Bevölkerung gibt, schwindet die Skepsis. Das gilt für Flüchtlingsheime ebenso wie für andere Einrichtungen. Es entstehen Freundschaften.

Das Interview führte Catharina Oblasser


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