Punkt für Punkt zum Kopfkino

Gestern wurde in Innsbruck die erste Blindenbibliothek in Westösterreich eröffnet.

Innsbruck –Kleine Punkte werden durch Berührungen zu Buchstaben, Wörtern, Sätzen, Geschichten. „Es sind diese unscheinbaren Pünktchen, mit denen Blinde lesen, schreiben und rechnen können“, sagte Karin Pammer gestern bei der Eröffnung der ersten Blinden- und Schwarzdruckbibliothek Westösterreichs in Innsbruck. Die Direktorin des Sonderpädagogischen Zentrums des Landes für Kinder mit Blindheit oder Sehbehinderung erklärte, die optimale Förderung in der Schulzeit sei die Basis für eine erfolgreiche Integration in der Gesellschaft.

Rund 1500 Blinden- und Tastbücher, E-Books, Hörbücher und Bücher in Großdruck (Schwarzdruck) stehen in der Bibliothek im Sonderpädagogischen Zentrum zur kostenlosen Ausleihe bereit. „Kinder und Jugendliche haben unterschiedlichste Talente und Schwächen. Die Aufgabe der Schule muss sein, die Talente zu stärken und die Schwächen zu minimieren“, betonte Bildungslandesrätin Beate Palfrader. Und stellte seitens des Landes 3000 Euro für weitere Buchankäufe zur Verfügung. Lesen sei die Grundlage für vieles. „Im Kopf entstehen dabei Bilder und Geschichten. Und genau dieses Kino soll auch Blinden und Sehbehinderten ermöglicht werden“, sagte die Landesrätin.

36.000 Euro investierte das Land in die Adaptierung der Räumlichkeiten und Einrichtung der Bibliothek. „Weil das Sonderpädagogische Zentrum auch eine wichtige Anlaufstelle für Eltern sowie Pädagogen ist, bietet die Sammlung außerdem didaktisches Material, Bachelorarbeiten zum Thema sowie Anschauungsmaterial wie tastbare Landkarten oder Bilder“, erklärte Pammer. Darüber hinaus gibt es neben einem Lesegerät einen Internetanschluss sowie einen PC mit Braillezeile und Brailledrucker, um Texte in Blindenschrift auszudrucken.

Die Bibliothek steht allen Sehbehinderten und Blinden offen. (kaz)

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