Kind bei Wettschießen schwer verletzt: Steirer vor Gericht

Bei einer Feier hat ein Gast am Schießstand sein Luftdruckgewehr nachgeladen. Dabei löste sich ein Schuss und traf einen achtjährigen Buben am Kopf. Der 38-jährige Schütze fühlt sich nicht schuldig.

(Symbolfoto)
© TT/Thomas Böhm

Graz – Bei einer Geburtstagsfeier hat ein Steirer einen Buben mit einem Luftdruckgewehr so unglücklich erwischt, dass das Kind eine schwere Kopfverletzung erlitten hat. Der 38-Jährige stand am Mittwoch in Graz vor Gericht, fühlte sich aber in keiner Weise schuldig. Eine diversionelle Einigung lehnte er ebenfalls ab. Die Richterin vertagte, weil sie das Kind noch befragen möchte.

Es war eine ausgelassene Feier im vergangenen Sommer, bei der auch ein Schießstand zur Unterhaltung aufgebaut war. Als einer der Gäste sein Luftdruckgewehr nachlud, löste sich ein Schuss und traf einen achtjährigen Buben am Kopf. Das Kind erlitt laut Staatsanwältin eine offene Schädel-Hirn-Verletzung. Die Ermittlungen gestalteten sich schwierig, weil zunächst der Vater des Kindes angegeben hatte, er habe geschossen. Ein zweiter Gast machte ebenfalls eine Falschaussage und wurde von Richterin Susanne Haas zu Beginn der Verhandlung gleich zu zwei Monaten bedingt verurteilt.

Angeklagter fühlt sich nicht schuldig

Das Hauptverfahren gegen den Schützen wollte sie mit einer diversionellen Erledigung beilegen. Doch der Angeklagte fühlte sich in keiner Weise schuldig: „Das überrascht mich jetzt“, so die Richterin erstaunt. „Ich bedauere das alles wirklich, aber es war ein Unglücksfall, und es wäre nicht passiert, wenn das Kind nicht plötzlich in die Schussbahn gelaufen wäre“, so der Beschuldigte. „Ich habe keine Chance gehabt auszuweichen“, beteuerte der Mann. Der Vater des Buben gab an, er habe „einen Tuscher“ gehört, „und dann hat der Bub auch schon geweint“.

Dem Kind geht es mittlerweile wieder gut, der Angeklagte weigerte sich aber, auch nur einen Teil der Schmerzensgeldforderungen anzuerkennen. Die Versicherung ihrerseits möchte die Eltern und den Veranstalter des Festes in die Pflicht nehmen. Der achtjährige Bub wurde wieder ganz gesund und soll ebenfalls vorgeladen werden. Außerdem beantragte der Verteidiger einen Lokalaugenschein. Die Verhandlung wurde daher vertagt, neuen Termin gab es noch keinen. (APA)

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Schlagworte