US-Notenbank: Wirtschaft wächst etwas stärker

Der Ausblick sei in den meisten Regionen positiv, manche von ihnen erwarteten ein anziehendes Wachstum. Zwei Drittel der Bezirke hätten ein Anstieg der Beschäftigung gemeldet.

Washington - Das US-Wachstum hat sich zum Jahresende hin offenbar etwas verstärkt. In neun von 12 beobachteten Regionen sei das Wachstumstempo „moderat“ gewesen, heißt es in dem am Mittwochabend veröffentlichten Konjunkturbericht (Beige Book) der amerikanischen Notenbank Fed.

In zwei Bezirken sei das Wachstum eher mäßig ausgefallen, in einem Distrikt sei es in etwa gleich geblieben. Verglichen mit dem vorherigen Beige Book lesen sich die Ausführungen leicht zuversichtlicher.

Der Ausblick sei in den meisten Regionen positiv, manche von ihnen erwarteten ein anziehendes Wachstum. Zwei Drittel der Bezirke hätten ein Anstieg der Beschäftigung gemeldet. Die Einschätzung der US-Notenbanker deckt sich mit den jüngsten Konjunkturdaten.

Ausstieg aus billigem Geld

Die Fed hat den behutsamen Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes eingeleitet und die monatlichen Bondkäufe um zehn auf 75 Mrd. Dollar gekappt. Die nächste Gelegenheit zum Eindämmen der Geldflut ergibt sich Ende des Monats, wenn der Fed-Offenmarktausschuss zu seiner Zinssitzung zusammenkommt. Dabei werden die Notenbanker berücksichtigen, dass im Dezember in den USA mit 74.000 Jobs deutlich weniger neue Stellen geschaffen wurden als erwartet. Die Entwicklung wurde zwar auf die Kältewelle zurückgeführt. Dennoch rätseln Experten, ob sich die Notenbank ihre Konjunkturhilfen weiter drosselt.

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Zwei der in diesem Jahr stimmberechtigten Geldpolitiker mahnten allerdings einen rascheren Ausstieg aus dem Anleihenaufprogramm an. Das Volumen soll dem scheidenden Notenbankchef Ben Bernanke zufolge schrittweise gedrosselt werden, sodass es gegen Ende des Jahres auslaufen dürfte - dann unter der Ägide von Bernankes Nachfolgerin Janet Yellen. Die Geldspritzen haben zur Gesundung der US-Wirtschaft beigetragen. Kritikern fürchten aber Vermögenspreisblasen und mittelfristig ein Anheizen der Inflation.

Wirtschaft braucht lockere Geldpolitik

Die amerikanische Wirtschaft kann nach Einschätzung eines ranghohen Notenbankers gegenwärtig nicht ohne Hilfe der Geldpolitik auskommen. Diese Einschätzung äußerte Charles Evans, Präsident der regionalen Notenbank von Chicago, am Mittwoch. Auch nach vier Jahren mit „unzureichendem“ Wachstum und geringer Inflation benötige die amerikanische Konjunktur eine lockere Geldpolitik.

Evans gilt als Verfechter einer im Zweifel laxen Geldpolitik („Taube“) und ist zurzeit stimmberechtigtes Mitglied im Offenmarktausschuss FOMC.

Evans zeigte sich insbesondere über den schwachen Preisauftrieb besorgt. „Wir verfehlen unser Inflationsziel derzeit klar.“ Deswegen sei es angebracht, den Leitzins noch eine ganze Weile auf dem aktuellen Niveau bei null Prozent zu halten. Der von der Fed besonders beachtete Preisindex PCE war zuletzt mit einer Kernrate von 1,1 Prozent gestiegen. Das ist im längeren Vergleich ein unterdurchschnittlicher Wert.

IWF-Chefin vorsichtig optimistisch über Weltwirtschaft

Indes hat sich die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, vorsichtig optimistisch über die Entwicklung der Weltwirtschaft geäußert. Die Richtung sei insgesamt positiv, aber das globale Wachstum sei zu gering, zu zerbrechlich und zu ungleichmäßig, sagte Lagarde am Mittwoch laut einem vorbereiteten Redetext in Washington.

Obwohl es vor allem in den Industrieländern deutliche ökonomische Verbesserungen geben werde, bleibe das globale Wachstum unter seinen Möglichkeiten. Die Französin beklagte, dass zu wenige neue Jobs geschaffen würden und dass Einkommenszunahmen seit 2009 häufig besonders auf das Konto der Wohlhabenden gegangen seien. (APA/dpa-AFX/dpa)


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