Zwillingsschwangerschaft nach mutmaßlicher Vergewaltigung

27-Jähriger soll in Salzburg eine „Kindheitsfreundin“ während eines Erholungsurlaubes für Behinderte zum Beischlaf genötigt haben.

(Symbolfoto)
© TT/Thomas Böhm

Salzburg – Ein 27-jähriger Österreicher ist heute, Donnerstag, bei einem Prozess am Landesgericht Salzburg mit einem schweren Vorwurf konfrontiert worden: Er soll im August 2012 während eines Erholungsurlaubes für Behinderte im Lungau eine 25-jährige Frau vergewaltigt haben. „Das hatte eine Zwillingsschwangerschaft zur Folge“, sagte Staatsanwalt Andreas Allex. Der Angeklagte bekannte sich nicht schuldig.

Das mutmaßliche Opfer - die Frau ist mittlerweile Mutter von Zwillingen - hat den gebürtigen Grazer in einer kontradiktorischen Einvernahme schwer belastet. „Der Angeklagte folgte ihr aufs Zimmer und nötigte sie zur Duldung des Beischlafs. Eine Zeugin hat den Vorfall auch partiell beobachtet“, schilderte der Staatsanwalt dem Schöffensenat.

Der beschuldigte landwirtschaftliche Arbeiter rechtfertigte sich damit, dass seine „Kindheitsfreundin“ freiwillig mitgemacht habe, der Geschlechtsverkehr sei im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt. Bevor die Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen wurde, plädierte sein Verfahrenshelfer auf einen Freispruch.

Die Schwangerschaft sei erst im November 2012 diagnostiziert worden, erläuterte der Rechtsanwalt. Nach einer psychiatrischen und gynäkologischen Betreuung habe man dann im Dezember gemutmaßt, dass die Frau vergewaltigt worden sei. Das Spital habe eine Anzeige bei der Polizei eingebracht.

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Der Beschuldigte wurde im darauffolgenden Februar in Untersuchungshaft genommen. Doch die Frau habe sich so weit in Widersprüche verstrickt, „dass er nach einer Haftprüfungsverhandlung enthaftet wurde“, erklärte der Verfahrenshelfer. Möglicherweise habe die 25-Jährige durch ihre Anschuldigungen versucht, „sich die Sache psychisch so zurechtzulegen“, räumte der Anwalt ein. Ob noch am Donnerstag ein Urteil ergeht, stand vorerst nicht fest. (APA)


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