Senioren müssen für Ticket altern

Seit heuer bekommen Tirols Senioren das Jahresticket erst mit 61 statt 60 Jahren. Die Grenze wird weiter angehoben.

Innsbruck –„Leider noch nicht alt genug!“ So lautet seit Beginn des Jahres sinngemäß die Auskunft an frischgebackene 60-Jährige in Tirol, die sich das Seniorenticket des Verkehrsverbundes Tirol (VVT) zulegen wollen. Zur Erinnerung: Die im Februar des Vorjahres eingeführte Jahresnetzkarte sollte für Männer und Frauen einheitlich ab 60 Jahren gelten, betonten nicht zuletzt die Politiker kurz vor der Landtagswahl.

Dass die Grenze heuer bereits bei 61 Jahren liegt, verwunderte einige 60-Jährige, die sich nun ein weiteres Jahr gedulden müssen. Gegenüber der TT machten sie ihrem Ärger über fehlende Information seitens des VVT Luft. Die Hinweise seien viel zu wenig deutlich gemacht worden.

Dort erklärt man den Anstieg der Altersgrenze, der übrigens im Zweijahresrhythmus bis zur Stufe von 65 im Jahr 2022 fortgesetzt werden soll, mit einem Urteil des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) aus dem Jahr 2010. Damals hatte der VfGH die unterschiedlichen Altersgrenzen für die Gewährung von Senio­renermäßigungen bei Männern (65) und Frauen (60) bei den Wiener Linien als gesetzwidrig aufgehoben. Die Konsequenz war eine neue Tarifgestaltung für Senioren bei allen Verkehrsunternehmen mit ähnlich diskriminierenden Regelungen. Eine weitere Folge war auch die laut VVT österreichweite Einigung von Verkehrsverbünden, die Altersgrenze für Seniorenermäßigungen analog zur erwarteten Steigerung des tatsächlichen Pensionsantrittsalters anzuheben und so die Absenkung ausgleichen. Mangelnde Information lässt VVT-Sprecher Philipp Penetzdorfer nicht gelten: „Seit der Aufhebung der unterschiedlichen Altersgrenzen wurde immer wieder informiert, zuletzt bei der Anhebung des Anspruchsalters bei der ÖBB-Vorteilscard. (cm)


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