Kontoauszüge aus der Schweiz da: Grasser-Anklage 2014 möglich

Im Herbst 2009 begannen die Ermittlungen gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser mit Hausdurchsuchungen, nun soll die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in der Aufklärung der Causa Buwog-Provisionen einen großen Schritt weitergekommen sein.

Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser bestreitet, von der Buwog-Provision profitiert zu haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.
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Wien - In der Causa Buwog rund um den ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser sind bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) nach über zweijähriger Wartezeit hunderte Kontoauszüge aus der Schweiz eingelangt und werden nun ausgewertet, berichtet die ZIB des ORF-Fernsehens unter Berufung auf WKStA-Sprecher Erich Mayer. Grasser und andere stehen wegen einer fast 10 Millionen Euro hohen Provision im Rahmen der Buwog-Privatisierung unter Korruptionsverdacht.

Gegenüber der APA bestätigte Mayer das Einlangen der Unterlagen und verwies darauf, dass man im Rahmen des Rechtshilfeansuchens noch auf Hausdurchsuchungsunterlagen warte. Dann könne über eine Anklage entschieden werden, „2014 wäre möglich“. Auch das kürzlich eingelangte Gutachten des Gerichtssachverständigen Gerald Altenberger über die Konten „Natalie“, „Karin“ und „40-0815“ bei der Hypo Investmentbank Liechtenstein werde durchgearbeitet. Die Ermittler haben den Verdacht, dass hinter den ersten beiden Konten die Buwog-Lobbyisten Walter Meischberger und Ernst Plech stecken. Hinter dem Konto „40-0815“ könnte Grasser stecken. Er bestreitet das.

Grasser-Anwalt Manfred Ainedter hat das Einlangen der von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft angeforderten Kontodaten aus der Schweiz als „wunderbar“ bezeichnet. Nun könne das Verfahren gegen Grasser „endlich in den nächsten Monaten eingestellt werden“, sagte Ainedter. (TT, APA)


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