28 Verletzte bei Explosion bei Anti-Regierungs-Protest

Ein Unbekannter warf Granate auf einen Demonstrationszug. Die Granate detonierte nahe des Protestführers Suthep.

© REUTERS

Bangkok – Bei einem Protestmarsch in Bangkok ist am Freitag ein Sprengsatz explodiert und hat mindestens 28 Menschen verletzt. Der demonstrantenfreundliche Fernsehsender „BlueSky“ sprach von einer Attacke mit einer Granate. Protestanführer Suthep Thaugsuban, der an der Spitze des Marsches lief, wurde nicht verletzt. Die Sprengsatz explodierte nach diesen Angaben 100 Meter hinter ihm.

Der Zeitung „The Nation“ zufolge ereignete sich die Explosion auf der Banthad Thong Straße in der Nähe der Chulalongkorn-Universität. Auf Bildern des TV-Senders der Protestbewegung waren Verletzte am Boden zu sehen, mehrere Krankenwagen waren im Einsatz. Ein Pick-Up-Fahrzeug wurde schwer beschädigt.

Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra müsse „Verantwortung übernehmen“, sagte einer der Protestführer, Satit Wonghnongtaey, nach dem Vorfall vom Freitag auf der Rednerbühne.

Andernorts in Bangkok formierten sich Anhänger der Regierung. Sie wollten Demonstranten konfrontieren, die einen Regierungskomplex belagern, berichtete „The Nation“. Sicherheitskräfte hielten die beiden Lager getrennt, hieß es.

Außenminister Surapong Tovichakchaikul erklärte am Freitag, es sei an der Zeit, die Kontrolle über Bangkok zurückgewinnen. Zugleich versuchte eine Delegation von Beamten, Polizisten und Militärs, Demonstranten, die ein Amtsgebäude für die Ausgabe von Reisepässen belagerten, zur Aufgabe ihrer Blockade zu bewegen.

Surapang sagte bei einer Pressekonferenz, sollte die Delegation erfolg haben, könnte dies ein Beispiel für weitere belagerte Ministerien sein. Auf die Frage, ob die Regierung jetzt Schritte unternehmen werde, um die Blockaden zu beenden, sagte der Minister: „Wir müssen bald etwas unternehmen.“

Zehntausende Regierungsgegner demonstrieren seit November in Bangkok gegen die Regierung. Sie werfen der Familie von Premierministerin Yingluck Korruption und Wahlstimmenkauf vor. Sie wollen die für den 2. Februar geplanten Wahlen verhindern und verlangen einen ernannten Technokratenrat, der die Regierungsgeschäfte auf unbestimmte Zeit führen soll.

Yingluck lehnte die Verschiebung der Wahlen erneut ab. Das Gesetz lasse das nicht zu, sagte sie vor Vertretern ausländischer Medien. Ihre Familie ziehe sich auch nicht aus der Politik zurück. „Unsere Familie ist ein Opfer“, sagte sie. „Wir machen nur unsere Arbeit, und wenn man uns loswerden will, kann man das nur durch Wahlen tun.“ (APA/AFP)


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