EU-Kommission will Stellensuche im Ausland erleichtern

Auf der Suche nach einem Job können das Arbeitsamt oder private Stellenbörsen helfen. Doch wie finden Interessierte Arbeit im EU-Ausland? Eine Möglichkeit ist das Webportal Eures. Die EU-Kommission will das Angebot verbessern.

Brüssel - Arbeitssuchende sollen sich nach dem Willen der EU-Kommission künftig leichter über Stellen im europäischen Ausland informieren können. Dazu schlug der zuständige EU-Kommissar Laszlo Andor am Donnerstag Verbesserungen am europaweiten Jobportal Eures vor. „Unser vorrangiges Ziel ist es sicherzustellen, dass (...) Arbeitsuchende von einer Höchstanzahl von freien Stellen überall in Europa erfahren und dass Arbeitgeber Zugang zu einer Höchstzahl an Lebensläufen haben“, sagte Andor.

So sollen Interessierte dort künftig mehr Angebote und Informationen über die Bedingungen im Zielland finden. Für Arbeitgeber soll es mehr Informationen über Vorgaben für die Einstellung von ausländischen Arbeitnehmern geben. EU-Parlament und EU-Staaten müssen den Plänen zustimmen.

Eures ist die Internetplattform mit europaweiten Jobangeboten. Es gehe darum, „Ungleichgewichte auf den Arbeitsmärkten sind durch die Maximierung des EU-weiten Austausches freier Stellen und einen präziseren Abgleich von Stellenangeboten und Stellengesuchen abzubauen“, so Andor. Damit könnte auch ein echter integrierter EU-Arbeitsmarkt verwirklicht werden.

Das Jobportal Eures sollte effizienter werden, die Rekrutierung transparenter und die Zusammenarbeit zwischen den EU-Staaten intensiviert werden. Vor allem diene dies den Klein- und Mittelunternehmen. Die Erfolgswahrscheinlichkeit der Vermittlung könne damit erhöht werden und KMU könnten Stellen schneller und besser besetzen, betont die Kommission.

Konkret sieht der Eures-Vorschlag vor, die über das Webportal EU-weit bereitstehenden Stellenangebote auszuweiten, auch mit Hilfe privater Arbeitsvermittlungen. Arbeitsuchende in ganz Europa könnten damit unmittelbar auf dieselben Stellenangebote zugreifen und registrierte Arbeitgeber könnten anhand eines umfassenden Pools an Lebensläufen aussuchen. Außerdem soll es eine bessere Koordinierung und einen besseren Informationsaustausch über Arbeitskräftemangel bzw. -überschuss zwischen den Staaten geben.

Derzeit arbeiten rund 7,5 Millionen Menschen in der EU in einem anderen Mitgliedsland. Das sind 3,1 Prozent der gesamten Erwerbsbevölkerung. Im Durchschnitt ziehen jährlich 700.000 Personen in andere EU-Länder, um dort zu arbeiten. Diese Quote ist laut Kommission mit 0,29 Prozent wesentlich geringer als in Australien mit 1,5 Prozent zwischen den acht Bundesstaaten und den USA mit 2,4 Prozent zwischen den 50 Bundesstaaten.

Allerdings habe die Mobilität in der EU in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Auch die im Eures-Portal registrierten Arbeitssuchenden seien von 2007 bis 2013 von 175.000 auf 1,1 Millionen gewachsen. Eures bietet Informationen in 25 Sprachen über die Lebens- und Arbeitsbedingungen in allen Ländern. Jeden Monat kann auf mehr als 1,4 Millionen Stellenangebote und 1,1 Millionen Lebensläufe zugegriffen werden. Jedes Jahr vermittelt das Eures-Netz rund 150.000 Arbeitssuchende. (APA)


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