„Viele Hinweise auf viele Männer“ im Fall Lucile

Das Echo auf das Phantombild eines Verdächtigen ist groß. Die Ermittler prüfen jetzt die zahlreichen eingegangenen Hinweise.

Von Thomas Hörmann

Kufstein –Der unscheinbare 35 bis 40 Jahre alte Herr mit dem Oberlippenbart und der Baseballmütze hat offenbar einen hohen Wiedererkennungswert. „Seit der Veröffentlichung des Phantombildes am Donnerstag sind viele Hinweise bei uns eingegangen“, bestätigt Walter Pupp, Leiter des Landeskriminalamtes.

Das Problem: Die Hinweise beziehen sich nicht auf einen, sondern auf zahlreiche Männer. Und die müssen jetzt alle überprüft werden. „Wir gehen natürlich jedem Hinweis nach und schauen, ob sich daraus ein konkreter Verdacht ergibt.“ Das dürfte allerdings einige Tage in Anspruch nehmen. „Mit einem schnellen Ergebnis rechnen wir jedenfalls nicht.“

Das Phantombild, das nach den Angaben mehrerer Zeugen von Spezialisten des Landeskriminalamtes angefertigt wurde, ist bewusst vage gehalten. „Wenn derartige Bilder zu detailliert sind, bleiben die Hinweise aus“, weiß Pupp aus Erfahrung. Nach dem Motto: „Der XY kann’s trotz aller Ähnlichkeit doch nicht sein, er hat ja kein Doppelkinn.“ Die Fahndung mit Hilfe von Phantombildern hat sich jedenfalls bewährt: „Die Erfolgsquote ist relativ hoch“, so Pupp weiter.

Das Motiv für den Mord an der französischen Studentin Lucile K. (20) in der Nacht zum Sonntag auf der Kufsteiner Innpromenade ist weiterhin unklar. Für ein Sexualdelikt fehlen die Hinweise, ebenso für eine Beziehungstat. Bleibt nur noch ein Raubmord, zumal die Handtasche und das Handy des Opfers seit der Mordnacht verschwunden sind.

Wie mehrfach berichtet, wurde die Studentin durch mehrere Schläge mit einem harten Gegenstand auf den Kopf getötet. Von der Tatwaffe fehlt bisher jede Spur.

Die Stadt Kufstein und die Fachhochschule haben am Donnerstag eine Belohnung von 10.000 Euro für entscheidende Hinweise ausgesetzt.


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