Grasser-Belastungszeuge mit Strafverfahren konfrontiert

Wie der „Falter“ berichtet, muss die Wiener Korruptionsstaatsanwaltschaft ausgerechnet gegen jenen Belastungszeugen ein Strafverfahren eröffnen, der den Ermittlern im Fall Buwog „wertvolle Hinweise“ gibt.

Im Fall Grasser bahnt sich eine Justizgroteske an.
© APA/ROLAND SCHLAGER

Wien - Die Causa Buwog ist um einen Akt reicher. Ein Zeuge, der Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP), belastet hat, ist mit einem Verfahren wegen Verleumdung und falscher Zeugenaussage konfrontiert. Grasser hatte den früheren Kabinettschef von Infrastrukturminister Michael Schmid (BZÖ), Willibald Berner, kürzlich angezeigt. Daher musste die Justiz Ermittlungen einleiten.

Berner wird zur Last gelegt, den Hauptverdächtigen im Buwog-Skandal, Grasser, „durch vermeintlich falsche Angaben zu Unrecht der Gefahr behördlicher Verfolgung ausgesetzt zu haben“, wie es laut einem Vorabbericht des „Falter“ in einem Schreiben von Oberstaatsanwalt Alexander Marchart vom 10. Jänner heißt.

Erich Mayer, Sprecher der Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft WKStA), bestätigte das der APA am Freitag. „Ein Beschuldigter hat in einer Einvernahme ausdrücklich Anzeige erstattet. Aufgrund dieser Verdächtigung musste ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden.“

Berner gilt als wichtiger Zeuge in dem Fall. Er hatte der Justiz berichtet, dass ein „kleiner Kreis aus Persönlichkeiten aus der FPÖ“ im Jahr 2000 vereinbart habe, bei den anstehenden Privatisierungen von den üblichen „Fees“ zu profitieren. Namentlich nannte er den Lobbyisten Walter Meischberger, Hochegger, Grasser, den Immobilienmakler Ernst Plech sowie Personen im Umfeld des damaligen Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider. (APA, OTS)

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