Zillertaler macht Kuhmist zu Gold

Mit einer nicht ganz alltäglichen Geschäftsidee sorgte ein Zillertaler Unternehmer für Aufsehen. Er verkauft getrocknete Kuhfladen als Souvenir.

Der Unternehmer Wolfgang Eder mit einem seiner „Kuhnstwerke“.Foto: Screenshot

Innsbruck – „Etliche hundert“ seiner Standard-Trockenkuhfladen habe er bereits verkauft, berichtet Wolfgang Eder. Die Idee für dieses Souvenir der etwas anderen Art kam ihm 2007. „Wir haben entdeckt, dass sich mit dem Material gut basteln lässt“, sagt der Zillertaler.

Mit 1000 Euro Startkapital von einem Businessplan-Wettbewerb gründete der Jurist und Nebenerwerbsunternehmer die Firma „Fengtirolis“ - „tirolerisch für Feng Shui“.

Das Produkt „Kuhfladis“ markierte aber nur den Anfang. Mittlerweile vertreibt Eder Zirbenkugeln, selbstgeschnitzte Skulpturen aus Lärchenrinde, Zillertaler Doggln (Hausschuhe aus Filz), Vasen aus Holz oder Steine mit Aufschrift. Zudem füllt der nimmermüde Jurist Heu, Tschurtschen oder Tiroler Kiesel ins Glas und verkauft sie als extravagante „Tirolensien im Rearl“. Bei alledem bezeichnet sich der Zillertaler als „Naturdesigner“ - und zu seinen natürlichen Werkstoffen zählen eben auch Kuhfladen.

Diese gibt es zudem als sogenannte „Ku(h)nstwerke“ - z.B. mit Plüschrahmen. „Ich habe selbst einige davon zuhause hängen“, zeigt sich Eder von seinem Design überzeugt.

Gesammelt werden die Fladen auf der hauseigenen Alm im Zillertal, anschließend werden sie getrocknet und in wasserlöslichen Lack getaucht. „Eine reine Vorsichtsmaßnahme, damit sich der Kunde besser fühlt“, sagt der Unternehmer, denn getrocknete Fladen „riechen ohnehin nicht, höchstens ein bisschen nach Heu“.

Die Idee zum eigenen „Kuhfladis TV“ ist mittlerweile ein bisschen eingeschlafen, dank Bewerben wie dem Kuhfladen-Weitwurf ist das Medienecho aber nach wie vor groß. Mit leisem Spott kann der Zillertaler dabei gut leben, denn „wir haben gezeigt, dass man mit Mist Geld machen kann“. (sire)


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