Mutter mit K.-o.-Tropfen betäubt

Nach nur zwei Gspritzten verlor eine Zillertalerin in einem Lokal das Bewusstsein. Jetzt ermittelt die Polizei.

Von Thomas Hörmann

Strass i. Z. –Ein vergnüglicher Billardabend in einem Zillertaler Lokal nahm für eine 39-jährige Einheimische am Abend des 6. Jänner ein böses Ende. „Ich hatte einen Filmriss, brach vor dem Lokal zusammen, war krank und verlor beinahe meinen Job“, schildert die Mutter einer 16-jährigen Tochter. Die Zillertalerin ist sich sicher, „dass da K.-o.-Tropfen im Spiel waren. Ich hatte ja kaum etwas getrunken, war eigentlich nüchtern und noch durchaus fahrtauglich.“ Das änderte sich nach dem Konsum eines Haselnusslikörs dramatisch. Jetzt ermittelt die Polizei.

Der Abend begann eigentlich ganz harmlos: „Ich hab’ mit einem Freund Billard gespielt und dabei zwei Gspritzte konsumiert.“ Dann traf die 39-Jährige einen flüchtigen Bekannten, der die Frau etwa gegen Mitternacht auf einen Haselnusslikör einlud. Ein Likör mit einem unerwünschten Extra, vermutet die Zillertalerin. „Ich hatte schon bald einen Filmriss, ich fühlte mich, als sei ich total betrunken.“

Die 39-Jährige wollte nur noch nach Hause, brach aber vor dem Lokal zusammen. „Der Billardfreund hat mich aufgefangen und mir etwas zu essen gegeben.“

Dann ging es etwas besser, gegen etwa vier Uhr fiel die Frau ins Bett. „Am nächsten Tag war ich nicht verkatert, sondern aufgedreht und etwas fahrig.“ Doch dann kamen die Schmerzen, „ich war tagelang krank und hätte beinahe den Job verloren“. Die Zillertalerin schaltete die Polizei ein, die Inspektion Strass ermittelt. Ob tatsächlich K.-o.-Tropfen im Spiel waren, ist nicht nachweisbar. „Bei zwei Gspritzten und einem Stamperl Likör gibt’s aber eigentlich keine andere Erklärung.“

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Vom Ausgehen hat die 39-Jährige vorerst genug. Und sie appelliert an alle Frauen, ihre Getränke in Lokalen nicht aus den Augen zu lassen. „Vor allem in der Bar, in der ich war, soll es öfter derartige Vorfälle geben.“

Walter Pupp, Leiter des Landeskriminalamtes, weiß von etwa einer Handvoll Fälle pro Jahr in Tirol: „Das Problem ist, dass K.-o.-Tropfen nur wenige Stunden nach der Einnahme nachweisbar sind.“


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