WWF will Aus für Kraftwerk Sellrain-Silz

Mögliche Hubschrauberflüge für den Kraftwerksbau sorgen für Debatten. Die Tiwag geht hingegen von einem positiven Bescheid aus.

Von Peter Nindler

Innsbruck –Bis Mittwoch können noch Stellungnahmen im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zum Ausbau der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz durch den Landesenergieversorger Tiwag eingereicht werden. Im Kühtai soll ein weiterer Speicher mit einer Beileitung aus dem Ötztal und dem hinteren Stubaital und einem Pumpspeicherkraftwerk Kühtai 2 errichtet werden. Rund 440 Mio. Euro will die Tiwag investieren. In der fünfeinhalbjährigen Bauphase sind auch eingeschränkte Hubschrauberflüge für den Transport geplant. Daran macht jetzt die Umweltorganisation WWF ihre Ablehnung fest und fordert ein Aus für den Ausbau des Kraftwerks.

„In Ruhegebieten wie den Stubaier Alpen, wo die Wasserfassungen liegen, ist eine erhebliche Lärmentwicklung verboten. Genau dort würden aber Hunderte Sprengungen und Hubschrauberflüge stattfinden“, verweist WWF-Naturschutzleiterin Beate Striebel auf ein Rechtsgutachten des Ökobüros, der Koordinationsstelle der österreichischen Umweltorganisationen. Tirols Umweltreferentin LHStv. Ingrid Felipe (Grüne) hat bereits eine Prüfung durch die Umweltabteilung in Auftrag gegeben. Die Hubschrauberflüge würden tatsächlich ein Problem darstellen, wird verlautet.

Tiwag-Vorstandschef Bruno Wallnöfer spricht von einer Kampagne des WWF, die Forderungen nach einer vorzeitigen Beendigung des UVP-Verfahrens sind für ihn bedeutungslos. „Die Kraftwerkserweiterung Sellrain-Silz ist das umweltschonendste Projekt, ich gehe von einem positiven Bescheid bis zum Herbst aus.“ Man werde selbstverständlich den Auflagen der Behörde nachkommen, das gelte natürlich auch für die Frage der Hubschrauberflüge. Es gebe zudem Alternativen, fügt Wallnöfer hinzu. „Im Kaunertal haben wir beispielsweise für Vorerkundungen eine Tragtierstaffel des Bundesheeres für den Transport eingesetzt, die wir natürlich bezahlt haben.“

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