Standort Tirol

Versingbahn erreicht neue Höhen im Skigebiet See

Bergbahnen sind startklar für den Bau einer 8er-Gondelbahn im Frühjahr. Sieben Kilometer lange Nonstop-Abfahrt ist neueste Herausforderung.

Von Helmut Wenzel

See – „Stillstand heißt Rückschritt.“ Seilbahner behaupten, dieses Sprichwort gelte für die eigene Zunft weit mehr als in anderen Branchen. Vor diesem Hintergrund steckt bei den Bergbahnen See ein größerer Wurf mitten in den Vorbereitungen. Nach der Schneeschmelze heuer im Frühjahr rücken Bautrupps ins Familienskigebiet an. Das im Vorjahr beschlossene Investitionsprojekt Versingbahn soll zu Beginn der Wintersaison 2014/2015 fertiggestellt werden. Es ist eine 8er-Gondelbahn, mit der die Gäste den höchstgelegenen Punkt im Skigebiet auf 2452 Metern erreichen. Die bisher höchste Bergstation – am Ende der Rossmoosbahn – befindet sich in 2382 Metern Höhe.

Das Behörden- bzw. Genehmigungsverfahren ist laut Geschäftsführer Herbert Zangerl großteils unter Dach und Fach: „Den wichtigsten Bescheid haben wir bereits in der Hand. Es ist die naturschutzrechtliche Bewilligung.“ Ausständig sind noch ein Bescheid aus Wien sowie die Bauverhandlung.

Zwar musste sich die Bergbahnen See GmbH einer so genannten UVP-Vorprüfung stellen, die gefürchtete, weil zeitaufwändige UVP-Prüfung blieb dem Unternehmen aber erspart. Laut Zangerl handelt es sich um eine Skigebietserweiterung, wobei ein Drittel der Flächen innerhalb und zwei Drittel außerhalb der Skigebietsgrenzen liegen. Die Gesellschafter bzw. der sechsköpfige Aufsichtsrat mit Vorsitzendem Helmut Schweighofer haben das Liftprojekt mit einem Investitionsvolumen von sieben Mio. Euro bereits abgesegnet.

Nutznießer der Versingbahn soll auch die DAV-Sektion Pfaffenhofen-Asch als Betreiber der Ascherhütte sein. Die Hütte, die unweit der Bahn liegt, soll künftig auch im Winter geöffnet sein.

Als einzigartig unter den Seilbahnbetrieben Tirols gilt das Energiekonzept in See. Der jährliche Energieverbrauch der Bergbahnen liegt bei 1,5 GWh Strom, 25.000 Litern Flüssiggas, 100.000 Litern Diesel sowie 5000 Litern Heizöl. Mit dem betriebseigenen Wasserkraftwerk werden jährlich rund elf Gigawattstunden (GWh) Strom produziert. Das entspricht etwa dem vierfachen Energieverbrauch der Bergbahnen. „Unser Betrieb ist ein Nettoenergielieferant“, resümiert Zangerl.

Neueste Attraktion im Skigebiet ist der „Last Ride“, eine Nonstop-Abfahrt über sieben Kilometer von der Gratlihütte bis zur Talstation. Skilehrer der Skischule See begleiten die Teilnehmer. Allen, die es geschafft haben, winkt eine Erinnerungsurkunde und ein Schnapserl. Infos auch unter www.bergbahn.com.

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