Standort Tirol

Hoffnungsschimmer am Spieljoch

Bergbahnchef Walter Höllwarth hat nach Gerichtstermin Hoffnung, dass das Metzenjochbahnprojekt nicht UVP-pflichtig sein wird. Am Mittwoch findet ein TT-Forum zu den Problemen am Spieljoch im FeuerWerk statt.

Von Angela Dähling

Fügen –„Die getätigten Aussagen geben Anlass zur Hoffnung, dass unserem Einspruch stattgegeben wird“, sagt der Fügener Bergbahnchef Bürgermeister Walter Höllwarth über den Termin am 18. Februar beim Bundesverwaltungsgericht in Wien. Mit Experten aus den Bereichen Forst, Wildbach- und Lawinenverbauung, Naturschutz sowie der Landesumweltanschaft ging es um den Einspruch der Fügener Bergbahn gegen den UVP-Bescheid.

Wie berichtet, war von der Behörde das 20 Mio. Euro schwere Metzenjochbahnprojekt als UVP-pflichtig eingestuft worden. Der Grund: Die erforderliche Lawinenverbauung für die neue Gondelbahn samt Piste und jene, die auch die Sicherung der Hochfügener Straße und des Finsingbachs betrifft, wurde als ein Projekt gesehen. Damit überschreitet das Bahnprojekt die Grenze von 20 Hektar Fläche und ist damit UVP-pflichtig – ein langwieriges Umweltverträglichkeitsverfahren.

Höllwarth will beide Verbauungen getrennt betrachtet wissen. „Wir brauchen zirka 11,4 Hektar Manipulationsfläche“, sagt er. Ein Lawinendamm bei der Bergstation, eine kleine Hangverbauung und temporäre Maßnahmen (Sprengungen) würden der Bahn zur Sicherung reichen. „Das große Verbauungsprojekt muss der Finsingbachverbauung zugerechnet werden“, meint Höllwarth. Dann wären Bund, Land und Gemeinden die Finanziers. Höllwarth: „Die 4,5 Mio. Euro Kosten dafür können nicht der Spieljochbahn aufgebrummt werden.“

Durch das drohende UVP-Verfahren sind die Unstimmigkeiten mit der Agrargemeinschaft Fügen-Fügenberg zuletzt in den Hintergrund gerückt. „Laut neuestem Verfassungsgerichtshoferkenntnis wird sich das Problem von selbst lösen“, glaubt der Bürgermeister und Bergbahnchef. „Denn demnach wird ein Substanzverwalter von der Gemeinde eingesetzt. Er hat die Dienstbarkeiten zu regeln – nicht mehr der Agrarausschuss“, sagt Höllwarth. Der Dienstbarkeitsvertrag sorgte wegen der Forderungen der Agrarier für Missstimmung, unterschrieben ist er noch immer nicht.

Agrargemeinschaftsobmann Hubert Leo hofft indes seit vier Jahren auf ein Urteil aus Wien, das besagen möge, dass seine Agrargemeinschaft nicht aus Gemeindegut entstanden ist – laut Agrarbehörde ist sie das aber. „Wir haben 2009 Einspruch gemacht“, informiert Leo. Höllwarth sieht dem gelassen entgegen mit Verweis auf die ersten Verträge mit der Spieljochbahn, die nur mit den Gemeinden gemacht worden seien. Erst 1972 habe die Regulierung begonnen und erst 1996 bei der Talabfahrt habe die Agrargemeinschaft Geld verlangt.

Leo sieht die Sache naturgemäß anders und hält auch die Erweiterungspläne im Skigebiet für verfrüht. „Die Spieljochbahn ist über 42 Jahre alt und auch die meisten Lifte im Skigebiet sind über 30 Jahre alt. Zuerst sollte modernisiert werden“, meint Leo. „Das bringt uns keine neuen Gäste“, kontert Höllwarth.

Am Mittwoch, 23. Februar, diskutieren beide gemeinsam mit TVB-Obmann Ernst Erlebach und Tirols WLV-Chef Siegfried Sauermoser unter der Leitung von TT-Chefredakteur Mario Zenhäusern über den scheinbar endlosen Hürdenlauf am Spieljoch. Beginn im FeuerWerk bei Holzbinder ist um 19.30 Uhr. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, mitzudiskutieren.