Der Stocksport will die Welt erobern

Österreichs Eisstocksportler erhoffen sich durch die Heim-Weltmeisterschaft ab heute in Innsbruck viel Aufmerksamkeit.

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck –Alle sind sie da und von weit her sind sie gekommen: aus Brasilien, Kenia, Guatemala, Namibia, Australien ... – aus insgesamt 22 Nationen. Die Besten der Welt. Eine Welt, die sich von der Tradition her eigentlich auf den alpenländischen Raum beschränkt. Die andere will man erobern: ab heute mit der insgesamt 10. Weltmeisterschaft unter dem Motto „Stock erobert Alpenherz“ und in Zukunft mit der Aufnahme in den Kreis der olympischen Ringe.

„Eine Sportart ist nur etwas wert, wenn sie olympisch ist“, sagt Manfred Schäfer, Präsident des Internationalen Eisstocksport-Verbands. Der Antrag laufe seit 30. September – wieder. Immerhin war man bereits 1964 ein Demonstrationsbewerb und auch bei den Olympischen Jugendspielen 2012 im Programm. Bis dahin messen sich die Weltbesten also alle vier Jahre „nur“ bei Weltmeisterschaften wie dieser Tage in Innsbruck.

Die Eishalle ist bereit für die Stocksportler aus aller Welt. Für die afrikanischen, die für gewöhnlich auf Beton trainieren, für die österreichischen, die sich als Lokalmatadoren mit Medaillen schmücken wollen. „Edelmetall muss das Ziel sein“, sagt Mathias Taxacher, der einzige Tiroler im Mannschaftsbewerb der Herren. „Unter die besten drei sollte ich es schaffen“, ergänzt der Oberösterreicher Thomas Fuchs. Selbstbewusst treten die 20 besten Österreicher also an, um auf so genanntem Riefeneis, also maschinell bearbeitetem, ihre Stöcke besser als etwa Konkurrent Deutschland zu schießen. Noch besser, als es in den vergangenen Tagen bei der Jugend-EM und der U23-WM in derselben Halle geklappt hat. „Wir wollen Revanche“, gibt der rotweißrote Verband vor.

Die Sportler erhoffen sich indes vor allem finanzielle Unterstützung. „Die höchste Förderung, die ich bekommen kann, sind 75 Euro pro Monat“, sagt der 32-jährige Lagerleiter Taxacher. Unterstützung erhofft man sich zunächst aber auf den Rängen. Bei der letzten WM war die Halle am Finaltag mit 3500 Zuschauern ausverkauft. Schäfer: „Das wäre die beste Werbung für die Olympia-Bewerbung.“ Würden alle heimischen Stocksportler kommen, würde die Halle sogar platzen. Der nationale Verband ist der viertgrößte hinter Fußball, Tennis und Ski.

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