Stadt Landeck steigt auf die „Wohnbaubremse“

Gemeinnützige Wohnbaugesellschaft bekommt für Projekt mit 60 Wohnungen im Stadtteil Bruggen derzeit keine Bedarfsbestätigung.

Von Helmut Wenzel

Landeck –Werbung für „attraktives Wohnen“ in der Bezirkshauptstadt Landeck hat die gemeinnützige Hauptgenossenschaft des Siedlerbundes (GHS) kürzlich per Postwurfsendung gemacht. Wohnungssuchende wurden eingeladen, ihr Interesse am Projekt Mühlkanal, 2. Bau­etappe, zu bekunden. Zu den 56 bisher auf diesem Gelände fertig gestellten Wohnungen sollen demnächst 60 weitere gebaut werden.

Doch dabei hat die Stadtgemeinde Landeck ein Wörtchen mitzureden. Vor allem dann, wenn die GHS mit diesem Projekt die zustehende Wohnbauförderung lukrieren möchte. Wohnungsreferent Vize-BM Herbert Mayer bringt es so auf den Punkt: „In Landeck ist der Bedarf an weiteren Wohnungen schlicht und einfach nicht gegeben.“

Vor diesem Hintergrund lehne die Stadt die entsprechende Bedarfsbestätigung für die GHS derzeit ab, sagte Mayer. Sehr wohl könne die GHS ihre geplante Anlage im Mühlkanal auch ohne Wohnbauförderung realisieren.

Eine Stellungnahme war von der GHS-Geschäftsführung am Montag nicht zu bekommen.

Der ÖVP-Vizebürgermeister erinnerte indes an Grundsätzliches zum Thema Wohnen in Landeck: „In den vergangenen Jahren schossen Anlagen von gemeinnützigen Bauträgern wie die Schwammerln aus dem Boden. Das hängt auch mit der Flächenwidmungspolitik zusammen. Landeck würde mehr Gewerbegebiete brauchen.“

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Aktuell hat der Wohnungsreferent 123 Vormerkungen auf seiner Liste. „Wobei man dazusagen muss, dass 32 Werber ihre Wohnungen tauschen möchten. 65 Werbern hat die Stadt zumindest einmal eine Wohnung angeboten.“ Letztlich hätten die Werber dann aber verzichtet, „womit sich der Wohnraumbedarf etwas relativiert“. Nur bei kleinen Mietwohnungen mit rund 50 Quadratmetern bestehe steigender Bedarf. Das hänge eng mit dem Trend zu „Single-Haushalten und mit der Scheidungsrate“ zusammen.

Im Landecker GHS-Projekt, für welches laut Stadt derzeit kein Bedarf besteht, sind laut Mayer 24 Vierzimmer- und nur zwölf Zweizimmerwohnungen geplant. Bei den bestehenden Wohnanlagen am Mühlkanal sei der Bedarf zunächst als „weitaus größer als das Angebot“ dargestellt worden. „Zuletzt aber haben wir einige Wohnungen verbetteln müssen“, schilderte der Wohnungsreferent.


Kommentieren


Schlagworte