Deutsche Steuerfahnder dürfen mit gekaufter Daten-CD ermitteln

Auch wenn Daten mutmaßlicher Steuerhinterzieher illegal beschafft wurden, darf sie der Staat grundsätzlich bei Ermittlungen nutzen. Aber der Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz setzt Grenzen: Eine Strafverfolgung um jeden Preis darf es nicht geben.

Symbolbild.
© dpa

Koblenz - Steuerfahnder dürfen in Deutschland auf Basis einer vom Staat gekauften Daten-CD ermitteln. Das hat der Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz am Montag in Koblenz entschieden. Ein Mann aus Trier hatte sich mit einer Verfassungsbeschwerde gegen die Ermittlungen gewehrt. Grundlage war ein 2013 vom Bundesland Rheinland-Pfalz für rund 4,4 Mio. Euro gekaufter Datensatz.

Die Ermittler hatten seinerzeit unter anderem die Wohnung des Mannes durchsucht. Er sah sich deswegen in seinem Recht auf ein faires Verfahren, in seinem Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung sowie in seinem Recht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt.

Der Kauf solcher mutmaßlich illegal entstandener Steuerdaten-CDs ist höchst umstritten. Das Land Rheinland-Pfalz hält den Kauf und die Ermittlungen für rechtens. Der Erwerb solcher Daten sorge für mehr Steuergerechtigkeit.

In einem vergleichbaren Fall hatte das Bundesverfassungsgericht im November 2010 ähnlich wie nun der VGH entschieden. Es komme nicht darauf an, ob der Kauf ursprünglich rechtmäßig gewesen sei (Az: 2 BvR 2101/09). Seinerzeit ging es um eine CD mit Daten der Liechtensteiner LGT-Bank, die der Bundesnachrichtendienst gekauft und Steuerfahndern zur Verfügung gestellt hatte. (dpa)

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