Hirscher muss für Teambewerb am Patscherkofel krank absagen

Der Salzburger kann wegen eines Magen-Darm-Infekts nicht auf der Heiligwasser-Wiese starten. Auch Kirchgasser fällt aus.

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck –Die Olympischen Spiele sind Geschichte. In Sotschi erst seit zwei Tagen, in Innsbruck schon seit nunmehr 38 und 50 Jahren. Heute geht es dort, wo sich also einst Egon Zimmermann und Franz Klammer Gold holten, zwar um weit weniger Wertvolles, Preisgeld, Punkte und Prestige locken dennoch: Es warten rund 82.000 Euro, 400 FIS-Zähler für die Nationenwertungen und die Ehre, am Innsbrucker Hausberg zu gewinnen. Dort, wo 1998 der Österreichische Skiverband seinen historischen Neunfach-Erfolg im Super-G gefeiert hatte. Dort, wo der ÖSV-Chef Peter Schröcksnadel als Lift-Boss zuhause ist.

Nicht nur aus historischer Sicht zählen der Tiroler Manuel Feller und Co. für heute (ab 18 Uhr, live ORF 1) aber zu den Favoriten, obwohl Marcel Hirscher wegen eines Magen-Darm-Infekts und Michaela Kirchgasser (erkrankt) kurzfristig absagen musste: Österreich ist zweifacher Team-Weltmeister (zuletzt in Schlad­ming 2013), zweifacher Vizeweltmeister und mit drei Weltcup-Siegen klarer Favorit.

Für Olympisches Flair in Sachen Teilnehmer sorgt heute nur Viktoria Rebensburg (GER), alle anderen Medaillengewinner von Sotschi lassen Innsbruck aus. „Mir taugt es, dass ich dabei sein darf“, strahlt hingegen der Fieberbrunner Feller. Mit Tiroler Schnee hatte der 21-Jährige unlängst als Achter beim Kitzbühel-Slalom gute Erfahrungen gemacht. Entscheidend sei heute aber der Start: „Auf 25 Sekunden kannst du keinen Rückstand aufholen.“

Am „Kofl“, wie die Innsbrucker den glatzköpfigen Berg mit dem rotweißroten Funkmasten liebevoll nennen, ist jedenfalls seit gestern Nachmittag für eine neue Geschichte angerichtet. Der Holzlattenzaun der Olympischen Spiele ist Vergangenheit, heute warten abseits von Sessel-, Schlepp-, Babylift und Zauberteppich eine große Videowall, fünf Türme mit Hochleistungsschweinwerfern, die per Hubschrauber an den Pistenrand gebracht wurden – und alles, was heute im Weltcup sonst eben noch so üblich ist. „Von der Technik her hat sich das alles unheimlich verändert“, beschreibt Organisationsleiter Hubert Bertignoll die „neuen“ Standards. 1964 und 1976 noch als Zuschauer am Pistenrand, zeichnete der Tiroler bereits bei den letzten Höhepunkten am Patscherkofel, wie Weltcup- und Europacup-Rennen, Universiade oder Olympische Jugendspiele, verantwortlich.

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Wie viele Zuschauer heute beim ersten Innsbrucker Weltcup-Rennen seit zwölf Jahren am Pistenrand stehen werden, lässt sich laut Organisation nur schwer abschätzen. „Für 8000 Leute wäre Platz, auf der Tribüne für 650 – dann müssen wir zusperren“, sagt Bertignoll. Konkrekt sind hingegen die Kosten für Stadt Innsbruck und TVB: je je 150.000 Euro.

Team-Event – Aktuelles und Historisches

Die Strecke: 527 Meter lang – auf der Heiligwasser-Wiese warten ein roter und ein blauer Kurs.

Die Teilnehmer: Österreich mit Manuel Feller, Philipp Schörghofer, Bernadette Schild und Carmen Thalmann; Tschechien, Frankreich, Deutschland, Italien, Norwegen, Slowenien, Schweiz, Schweden, USA.

Das Rennen: Training 16 bis 16.45 Uhr, Besichtigung 16.45 bis 17.15 Uhr; Teampräsentation 17.30 Uhr, Start 18 Uhr.

Das Programm: ab 15 Uhr im Zielgelände Musik mit Die Niachtn, Die wilden Kaiser, die Mullergruppe Patsch und Stargast Andreas Gabalier.

Die Anfahrt: Ab 14.30 Uhr fahren von der Olympiaworld Innsbruck die Shuttlebusse nach Igls. Parkmöglichkeiten am Patscherkofel gibt es für Besucher keine.

Der Eintritt: frei, Karten für die Tribünen-Plätze (32 Euro) sind noch erhältlich; www.scip.at

Die Geschichte: Nach dem Auftakt im Europacup 2004 feierte der Mannschaftsbewerb bei der WM 2005 in Bormio seine Premiere. Seit dem Saisonfinale 2005/06 steht abseits der WM auch ein Nationen-Teamevent pro Saison auf dem Programm.


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