Prozess gegen den ägyptischen Ex-Präsidenten Mursi unterbrochen

Die Staatsanwaltschaft wirft Mursi und 130 anderen Angeklagten einen Gefängnisausbruch während der Revolte gegen den damaligen Präsidenten Husni Mubarak im Jahr 2011 vor.

Kairo – Der Prozess gegen den ägyptischen Ex-Präsidenten Mohammed Mursi und 130 weitere angeklagte Islamisten wegen eines Gefängnisausbruchs vor drei Jahren ist am Montag unterbrochen worden. Das Gericht gab einem Befangenheitsantrag der Verteidigung statt und verwies diesen an das Kairoer Berufungsgericht. Erst wenn dieses über den Antrag entschieden hat, kann der Prozess weitergehen.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Mursi, den das Militär im Juli des Vorjahres gestürzt hatte, führende Mitglieder der Muslimbruderschaft sowie Kader der palästinensischen Organisation Hamas aus dem Gazastreifen, sich während der Unruhen im Jänner 2011 zum gewaltsamen Ausbruch aus dem Gefängnis Wadi Natrun verschworen zu haben. Als Folge der Massenproteste war der damalige Langzeitherrscher Hosni Mubarak zum Rücktritt gezwungen worden.

Die Angeklagten weisen die Anschuldigung einer Verschwörung zurück. Ihrer Darstellung zufolge hätte das Wachpersonal das Gefängnis verlassen, nachdem das Innenministerium infolge der Massenproteste gegen Mubarak praktisch zusammengebrochen war.

Der Wadi-Natrun-Prozess ist eines von mehreren Gerichtsverfahren, die nach dem Umsturz im Vorjahr gegen Mursi, dessen Mitarbeiter und gegen Führer der Muslimbruderschaft angestrengt wurden. (APA/dpa)


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