Stadt lässt Umbrüggler Alm um 2,5 Millionen auferstehen

Bereits im Herbst sollen hoch über Innsbruck die Bagger auffahren. Die Stadtführung zweifelt nicht am Bedarf. Die Betreibersuche läuft an.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – „Ja, die Alm braucht’s!“ Da sind sie sich einig, Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, ihr Vize Christoph Kaufmann sowie Forstamtsleiter Andreas Wildauer. Für diese Sichtweise brauche es auch keine Bedarfsanalyse im Vorfeld. Auch dann nicht, wenn der Neubau laut ersten vorsichtigen Schätzungen zwischen zwei und 2,5 Millionen Euro kosten soll. Der Bedarf für eine neue Umbrüggler Alm im Naherholungsgebiet Nordkette sei vorhanden, sagen alle drei Verantwortlichen. Jener Kasermandl-Heimat, am alten Standort, nur unweit des Höttinger Grabens auf einer Lichtung situiert (Seehöhe 1130 m). Da, wo sie 1979 abgetragen wurde. Und da störe auch nicht, dass alle umliegenden drei Almen – allen voran die nur rund drei Geh-Kilometer und knapp 100 Höhenmeter entfernte Arzler Alm – in städtischem Besitz seien. Wettbewerb belebe schließlich das Geschäft, lautet das Motto. Mit argen Umsatzeinbußen für die Arzler und Höttinger Alm rechnet man nicht. Vielmehr solle die neue Umbrüggler Alm helfen, die Ströme an Erholungssuchenden, die sich hier regelmäßig über die Forst- und Wanderwege ergießen, zu entzerren. Und damit Konfliktpotenzial zu minimieren.

Wie bereits exklusiv berichtet, hatte eine Jury am 10. Februar aus sieben Entwürfen einstimmig das Projekt des Vorarlberger Duos Philip Lutz und Elmar Ludescher zum Sieger erkoren. Eines, das gestern erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Eines, das ausdrücklich den Gusto von Oppitz-Plörer und Kaufmann trifft. Ein starker Gebäudesockel, ein markantes, zeltähnliches Schindeldach „als fünfte Fassade“ (Ludescher), 60 sitzbankartig angeordnete Terrassenplätze, 80 Plätze im teilbaren Inneren, ein zentraler offener Kamin, Lagerräume, Küche, Betreiberwohnung und Ausstellungsraum im Untergeschoß – der Holzbau soll viele Funktionen vereinen. Nur eine nicht: die einer klassischen Alm. Viehhaltung werde es keine geben. Aber das hat ohnedies keiner erwartet.

Errichten wird den Bau die IIG. Baustart soll im Herbst 2014 sein, die Fertigstellung ist für Ende 2015 avisiert. Parallel dazu wird jetzt die Pächtersuche gestartet. Es werden sich viele Interessenten melden, sind sich die Verantwortlichen sicher. Angedacht wird dort in der Nähe auch der Bau einer Rodelbahn.


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