Ein Wasserbüffel und neue Hütten nach dem Taifun

In Santa Cruz auf der philippinischen Insel Leyte waren der Jenbacher Bauamtsleiter und seine Partnerin vier Wochen im Einsatz.

© Future for Santa Cruz

Von Walter Zwicknagl

Jenbach –„Da werden wir helfen“, hatten der Jenbacher Bauamtsleiter Christian Wirtenberger und seine Partnerin Sonora Corrales Allram nach dem Taifun Haiyan im November versprochen.

Sonora hatte 13 Todesopfer in ihrer Verwandtschaft rund um Santa Cruz auf der Insel Leyte zu beklagen. Jetzt sind sie von einer vierwöchigen Hilfsaktion zurück. Und die Bilder, die sich dort boten, kann Wirtenberger nicht verdrängen.

„Das Gebiet ist ein einziger Müllhaufen“, stellt er schockiert fest. Und schockiert sind noch immer die Philippinos, die in Apathie verfallen sind.

In Santa Cruz, das rund 30 Kilometer von Tacloban entfernt ist, konnte der Jenbacher aber einiges bewegen. „Anfangs haben wir 44 Kokosbäume gekauft und damit drei Holzhäuser gebaut. Im Entstehen ist ein Vier-Familien-Haus, das bei einer ähnlichen Situation als Zufluchtsort dienen soll“, erzählt er nach vier Wochen Leben im Zelt. Schon die Beschaffung von Material sei ein Problem. Dass Baumaterial jetzt das Doppelte wie früher kostet, verwundert ihn nicht. Chloriertes Wasser liefert die Gemeinde Santa Cruz, die jetzt noch 800 Einwohner hat. Strom gibt es nicht, und das werde wohl auch in den nächsten Wochen so sein. 22 Leute konnten innerhalb der vergangenen vier Wochen bei Bauarbeiten beim Tirol-Projekt beschäftigt werden. „Beton mussten wir in Wasserkanistern anrühren. Es gibt keine Maschinen, ja nicht einmal Scheibtruhen hatten wir“, berichtet der Tiroler. Für seine Hilfsaktion hatten auch Leser der TTeifrig gespendet. „15.000 Euro standen uns zur Verfügung, 21.000 Euro haben wir gebraucht“, bilanziert Wirtenberger. Und nichts sehnlicher als eine Behelfskirche hatten sich die Leute gewünscht. „Den Anfang konnten wir machen“, freuen sich Christian und Sonora. Dass Sonoras Bruder Rey den Taifun überlebte, ist für sie ein kleines Wunder. Vier Stunden verbrachte er in zehn Metern Höhe auf einer Kokospalme. Mit einer Jacke hatte er sich daran festgebunden.

„Wir haben einen Wasserbüffel und eine Maschine für die Reisfelder gekauft, auch eine Bäckerei soll es wieder geben. Kredite dienen als Starthilfe. Vertrauensleute wachen darüber, dass die monatlichen Raten bezahlt werden“, betont der Tiroler. Am 1. März um 17 Uhr gibt es im Wiesinger Gemeindesaal ein Benefizkonzert, weitere Veranstaltungen für das Projekt „Future for Santa Cruz“ folgen in Brixlegg und Salzburg.


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