„Haben Angst um die Kinder“

An den Bushaltestellen am Holzleiten-Sattel donnert der Verkehr mit 80 km/h vorbei. Die Eltern fürchten um ihre Kinder, die Bezirkshauptmannschaft verspricht nun Abhilfe.

Von Alexander Paschinger

Holzleiten –„Das ist eine der gefährlichsten Bushaltestellen in ganz Tirol“, ist Sonja Fitsch überzeugt. Die Mutter einer schulpflichtigen Tochter fürchtet jeden Tag um ihr Kind. Denn die beiden Bushaltestellen am Holzleiten-Sattel sind für sie alles andere als ein sicherer Ort für die Kinder, die tagtäglich in Richtung Obsteig, Mieming und Telfs pendeln müssen. Zum einen gibt es auf der nordseitigen Anlage keine Busbucht, zum anderen dürfen die Fahrzeuge hier 80 Stundenkilometer fahren. „Es gab an dieser Stelle auch schon ein verletztes Kind und vor einigen Jahren sogar einen Toten. Wir haben Angst um die Kinder“, betont Fitsch. „Was muss noch alles passieren, bevor man diese Stelle entschärft – zumindest mit einer 60-km/h-Beschränkung?“, fragt sie in Richtung Behörden. Erst vergangenes Jahr „wurde das Bushäuschen von einem Lkw zerstört, der auf der Schneefahrbahn rückwärts rutschte“.

Tatsächlich gab es bereits im März des Vorjahres einen Antrag der Gemeinde an die Bezirkshauptmannschaft, in diesem Bereich ein 60-km/h-Limit zu verordnen. „Dazu gab es im Juni einen Lokalaugenschein“, erläutert der stellvertretende Bezirkshauptmann von Imst, Andreas Nagele, auf Anfrage der TT. Aber: „Dieser ergab, dass die nordseitige Bushaltestelle um zehn bis zwölf Meter verlegt und mit einer Busbucht versehen werden sollte.“ Die Gefahr liege auf der Hand: „Fahrzeuge, die von der Passhöhe kommen, könnten Richtung Bushaltestelle geschleudert werden.“

Prinzipiell „muss aber gesagt werden, dass es hier keine Unfallhäufung gibt – was aber nichts an der unbefriedigenden Situation ändert“, so Nagele. „In der Regel sind bei Bushaltestellen 60er-Beschränkungen vorgesehen.“ Er verweist allerdings darauf, dass die Busbucht noch nicht in Planung sei. Der Beamte verspricht aber baldige Abhilfe in Richtung der besorgten Eltern: „Unabhängig davon werde ich mit der zuständigen Kollegin reden, möglichst bald und unabhängig von der baulichen Notwendigkeit das Tempolimit in Angriff zu nehmen.“ Dazu brauche man einen Verkehrstechniker, der die Geschwindigkeitsreduzierung befürwortet. „Ich gehe eigentlich schon davon aus. Der 60er ist sicher notwendig.“ Eine entsprechende Umsetzung würde rund sechs Wochen dauern, bis Ende März sollte eine Entscheidung vorliegen.

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