Brasilien und Österreich: Im Stocksport eine Welt

Was Tirols Eisstockschütze Matthias Taxacher mit Eduardo Schuster aus Brasilien gemein hat? Beide spielen bei der WM in Innsbruck groß auf.

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck –Die Nachricht schlug in der Szene ein wie Steine in einen zugefrorenen See: Brasilien liegt nach der ersten Runde im Mannschaftsbewerb der Eisstockschützen-WM in Innsbruck auf Platz vier. „Das ist eine Sensation“, schwärmte nicht nur der Tiroler Bundesligaspieler Günther Draxl. Erst 2012 waren die Südamerikaner rund um Eduardo Schuster in die Gruppe A der Weltbesten aufgestiegen und jetzt spielen sie um den Titel mit.

Unter anderem gegen Österreich, das den Bewerb nun anführt. Keine Sensation, weil im Favoritenkreis, doch nicht minder erfreulich. „Eine Medaille könnte sich schon ausgehen“, hatte Lokalmatador Matthias Taxacher zuvor noch tiefgestapelt, um dann groß aufzuspielen.

Selbst wenn Taxacher aus Angath und Schuster (23) aus Santa Cruz do Sul ein Weltmeer trennt, beide haben sich dem Stocksport verschrieben. Beim 32-jährigen Tiroler geht das so weit, dass er für sechs Monate im Jahr gerade mal ein oder zwei Wochenenden zuhause ist. „Das ist schon viel“, stöhnt der Lagerleiter. Zumal die fehlende finanzielle Unterstützung wenig motivierend wirkt. „Lange will ich das so nicht mehr machen“, denkt Taxacher daran, den Stock an den Nagel zu hängen.

Bei der Frage nach Profis lachen auch die Brasilianer auf. „Wir sind ohne Sponsor unterwegs, zahlen alles aus der eigenen Tasche“, sagt Sergio Böhm, Präsident des Verbandes. 2003 fand der Stock den Weg über den Teich. Ihre Namen stammen von Vorfahren, den ersten deutschen Einwanderern. So fallen Sportstudent Schuster und seine Kollegen Böhm, Kaufmann oder Bressler in der Ergbnisliste kaum auf, mit den jüngsten Leistungen aber umso mehr.

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