Zwischen Bergen und dem Ende von Hollywood

Kabarettist Lukas Resetarits dreht in St. Johann. Der Wiener fühlt sich noch immer wie Anfang 20, sein Wintersport ist Hallenfußball.

© Holger Bruckschweiger

Von Verena Hofer

St. Johann i. T. –Ein prominente­s Gesicht mit vielen Geschichten vor der Kamera und im Hintergrund die Bergwelt – das sind die Zutaten für die Sendung „Berggespräche“ auf ORF III. Seit einem Jahr reist Produzent Holger Bruckschwaiger durch Österreich, um die Regionen einzufangen. „Fast die Hälfte der Sendungen wurde in Tirol gedreht. In St. Johann sind wir zum ersten Mal“, sagt Bruckschwaiger. Gestern wurde gedreht – Rede und Antwort stand der Wiener Kabarettist Lukas Resetarits.

In der Sendung kommt kein klassisches Interview vor, sondern es wird drauflosgeredet. Es bleibt ausreichend Zeit zum Erzählen von Geschichten. Gäste waren bereits DJ Ötzi, Extrembergsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner und Musicalstar Uwe Kröge­r. „Es ist die Langsamkeit im positiven Sinn. Ich kann hier zuschauen, wenn nicht ständig herumgeschwenkt wird“, erklärt Resetarits die Vorteil­e. Er glaubt auch, dass das Hollywood-­Ende naht, da ein­e Filmkultur entsteht. Positive Beispiele dafür sind die aktuellen Serien „Breaking Bad“ und „House of Cards“. „Das hat Suchtpotenzial“, meint der Kabarettist.

Die Kombi St. Johann und Resetarits hat sich zufällig ergeben. „Ich kenne St. Johann vom Helikopter aus, da ich einmal drübergeflogen bin, als mein GPS ausgefallen ist“, erzählt der Kabarettist. Zu Tirol pflegt er gute Kontakt­e. Gut befreundet war der Wiener mit Otto Grünmandl. „Wir haben mit unbändiger Kindischheit gespielt“, erinnert sich Resetarits. In seiner Freizeit im Winter ist Resetarits selten auf einem Berg anzutreffen: „Ich bin Hallenfußballer.“

So schnell wird Resetarits der Marktgemeinde nicht den Rücken kehren. Am 29. März spielt er sein Programm „Un Ruhe Stand“ im Kaisersaal. „Innerlich fühl’ ich mich noch immer wie Anfang zwanzig,“ sagt der 66-Jährige. Den Unterschied beim Rennradfahren im Vergleich zu früher merkt aber auch Resetarits. Bewundernswert findet der studierte Philosoph, dass es in Tirol von Tal zu Tal unterschiedliche Dialekte gibt. Verständigungsprobleme bei seinen Aufführungen gab es jedoch noch nie, die härtesten Bundesländer waren für den Kabarettisten Niederöster­reich und Wien: „Die haben keine Satire verstanden.“ Im Gegensatz zu anderen Aufführungen wird in Tirol ein wenig langsamer gesprochen.

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Die 30-minütige Sendung mit Lukas Resetarits wird am 15. März auf ORF III ausgestrahlt. Beginn ist 18 Uhr.


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