Tram-Ast in die Peerhöfe kann wieder wachsen

Der Innsbrucker Gemeinderat hob gestern den Planungs- und Baustopp mit 28:10 Stimmen wieder auf. Die Debatte zuvor versöhnte die Fronten aber nicht.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Unsinniger Donnerstag. Ein Begriff, der in der gestrigen Sitzung des Innsbrucker Gemeinderates recht häufig die Runde machte. Gemeint war damit aber kaum der Faschingshöhepunkt als vielmehr so manches Wortgefecht der Mandatare in Sachen Peerhöfe-Streit. Stand doch der bereits vom Stadtsenat beschlossene Antrag zur Aufhebung des Planungs- und Baustopps für den Straßenbahnast in die Peerhofsiedlung zur Debatte.

Sachliche Argumente für oder gegen die Straßenbahn in die Peerhofsiedlung suchte man gestern in der gut zweieinhalbstündigen Diskussion vergeblich. Wohl auch, weil der Streit bereits zum x-ten Mal das Plenum beherrschte. Vielmehr waren es gegenseitige Schuldzuweisungen, Untergriffe, gewollte und weniger gewollte Missverständnisse, die das Bild über weite Strecken prägten.

Das Ergebnis spiegelte indes nicht die Stimmung wider: Mit 28:10 Stimmen wurde der im November 2013 mit 22:18 Stimmen beschlossene Planungsstopp wieder aufgehoben. Der Tram-Ast in die Peerhofsiedlung (jedoch mit aus der Siedlung abgerückter Endhaltestelle) kann damit wieder weiterwachsen. Auf der Pro-Seite fanden sich letzten Endes neben Für Innsbruck, den Grünen und der ÖVP auch Heinrich Stemeseder (Pirat), Elfriede Moser (frei), Christian Kogler (Neos) und der extra für diese Sitzung aus dem Polit-Urlaub zurückgekehrte Ex-FPler Richard Heis. Mit Nein stimmten SPÖ (zwei waren bei der Abstimmung abwesend), Liste Federspiel und FPÖ.

Auch weil die ÖVP nach ihrer eigens initiierten Befragung in den Peerhöfen (55 % pro Tram) für die Tram-Anbindung war, musste sie sich gleich mehrfach den Vorwurf gefallen lassen, dies nur aus einem „taktischen Geplänkel“ heraus getan zu haben, wie SP-Klubchef Arno Grünbacher sagte. BM Christine Oppitz-Plörer sprach von einem „traurigen Schauspiel“.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

ÖVP-StR Franz Gruber wies dies alles scharf zurück. Vielmehr trage er „den Schwenk-Vorwurf wie einen Orden – man kann auch g’scheiter werden“. Etwas, was Gruber FPÖ und SPÖ dringend empfahl und der Regierung vorhielt, „bei großen Verkehrsprojekten keine Einigkeit zu zeigen“. Markus Abwerzger (FPÖ) meinte launig Richtung Schwarze: „Ihr tuts mir leid, ihr seids die Steigbügelhalter der Regierung und kriegts dafür auch noch Prügel.“

Für so manchen Mandatar war es eben ein unsinniger Donnerstag.


Kommentieren


Schlagworte