Architekt bei Neuplanung übergangen

Nachdem der Gemeinde Kematen die ursprünglich geplante Turnhalle zu teuer ist, wird umgemodelt – ohne den zuständigen Planer.

Von Denise Daum

Kematen –Dass der Kemater Bürgermeister das Projekt der neuen Doppelturnhalle der Neuen Mittelschule kurzfristig auf Eis gelegt hatte, erfuhr der zuständige Planer Erich Gutmorgeth aus der TT. „Über den Planungsstopp hat mich niemand informiert.“ BM Rudolf Häusler bestätigt das. „Ich habe Gutmorgeth darüber nicht informiert. Er weiß aber, dass seine Kostenschätzung nicht hält.“

Die Kostenüberschreitung sei auch der Grund dafür, dass man von der geplanten 18 mal 36 Meter großen Turnhalle abgegangen sei. 3,8 Millionen sind für das Projekt veranschlagt, gebaut werde nur, wenn dieser Betrag nicht überschritten würde. „Wir planen gerade alles um und reduzieren die Halle auf Normgröße (15 mal 27 Meter, Anm.). Mehr braucht eine Schule nicht“, sagt Häusler. Architekt Gutmorgeth habe er nicht mehr miteinbezogen. „Er hat die Einreichplanung gemacht und seine Kostenschätzung hat bei Weitem nicht gehalten“, rechtfertigt der Bürgermeister diesen Schritt.

Dabei wurden dem Gemeinderat bereits 2010 Vorentwürfe für eine kleinere Halle präsentiert – erstellt von Gutmorgeth, der sich seit mehr als 15 Jahren mit dem Projekt Turnhalle beschäftigt. „Ich will jetzt keine große Affäre daraus machen, ich bin ohnehin voll ausgelastet. Aber es ist erschütternd, wenn ich aus der Zeitung erfahren muss, was Sache ist“, sagt der Architekt, der selbst in Kematen lebt. „Für mich als Gemeindebürger ist eigentlich nur wichtig, wenn das Projekt so wird, wie ich es schon 1999 vorgeschlagen habe, also die grüne Wiese bei der Schule nicht verbaut wird“, sagt der Architekt.

Diesem Wunsch wird man, so wie es aussieht, wohl auch nachkommen. Otmar Oswald, der bislang gemeinsam mit Gutmorgeth mit dem Projekt beauftragt war und nun die Planung innehat, bestätigt, dass „der Standort direkt vor der Schule unterhalb des Parkplatzes bleibt“. In den nächsten Tagen schon, so glaubt Oswald, könne das neue Projekt präsentiert werden. Dass die Neuplanung auch wieder Geld koste, sei BM Häusler klar, „aber sicher weniger, als die ursprünglich vorgelegte große Turnhalle zu bauen“.


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