Ärzte fordern nach Datenleck ELGA-Neustart

Ärztekammer-Chef Wechselberger fordert die Abkehr von der automatischen Teilnahme bei der Elektronischen Gesundheitsakte.

Von Michael Sprenger

Wien –Die Ärztekammer war immer schon eine große Kritikerin der Elektronischen Gesundheitsakte ELGA. Das Datenleck bei den Schülertests brachte nun eine Bestätigung für die Skepsis. „So ein Leck kann auch bei ELGA passieren. Es gibt keine 100-prozentige Sicherheit. Deshalb sollten wir bei ELGA einen Schritt zurückgehen und einen Neustart machen“, erklärte der Präsident der Ärzekammer, Artur Wechselberger, im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung. Aus seiner Sicht wäre dieser geforderte Neustart leicht und rasch zu bewerkstelligen. „Man soll von der jetzigen Opt-out-Regelung auf eine Opt-in-Regelung umstellen“, erklärte Wechselberger.

Die so genannte Opt-out-Regelung bedeutet, dass Patienten solange automatisch im ELGA-System angemeldet sind, bis sie sich aktiv abmelden. Opt-in würde hingegen bedeuten, dass der Patient will, dass seine Gesundheitsdaten und Krankenakten elektronisch gespeichert werden.

Mit der Elektronischen Gesundheitsakte ELGA wurden mit Jahresbeginn die ersten Schritte gesetzt, damit Patienten und Ärzte via Computer Zugang zu ihren Gesundheitsdaten (Befunde, Medikamente etc.) bekommen. Schlüssel zur Akte ist beim Arztbesuch die E-Card, im Internet die Bürgerkarte bzw. die Handysignatur. Ab 2015 müssen Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen teilnehmen.

Auch die Datenschützer von Arge Daten sehen die Gefahren eines möglichen Datenlecks bei ELGA. „Dort sind 100.000 Leute zugriffsberechtigt“, sagte Hans Zeger, Obmann von Arge Daten, und will so die Anfälligkeit des Systems unterstreichen.


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