Haiminger Äpfel schlafen knackig über den Winter

Im Haiminger Obstlager sind zehn Millionen Äpfel über Monate in den Kühlhallen gelagert. 25 Obstbauern beliefern die Institution.

Von Alexander Paschinger

Haiming –Apfel und Winter? Meist fallen einem dazu die schrumpeligen Winteräpfel von früher ein, mit ihrer ledernen Haut und mehligen Konsistenz. Doch mittlerweile liegen etwa die Haiminger Äpfel von September bis hinein in den Mai, Juni knackfrisch in den Regalen. Denn „die Haiminger Markttage machen nur noch einen Bruchteil unserer Abnehmerschaft aus“, erklärt die Leiterin des Haiminger Obstlagers, Alexandra Harrasser.

Tatsächlich lagern im Gebäude zwischen Haiming und Ötztal-Bahnhof rund zehn Millionen Äpfel. „Wir geben das Erntefenster vor“, so Harrasser. Das dauere zwei bis drei Wochen – je nach Wetter. 25 Obstbauern – die meisten aus Haiming und Umgebung, aber inzwischen auch aus Osttirol – liefern 1500 Tonnen Äpfel, die sie von 180.000 Bäumen auf rund 60 Hektar Anbauflächen ernten.

In Haiming werden sie dann im Kühlbereich gelagert. „Wir haben zwölf Sorten hier“, erläutert die Chefin, „je nach Sorte kommen sie in die Kühlhallen bei 1 bis 3 Grad.“ Und das Geheimnis, dass sie wirklich frisch bleiben? „Wir schaffen eine kontrollierte Atmosphäre. Der Sauerstoff wird entzogen, es bildet sich vermehrt Kohlendioxid.“ In dieser sauerstoffarmen Luft halten die Äpfel in Winterschlaf, bis sie gebraucht werden. Es folgt ein Wasserbad, dann geht es in die Sortieranlage. Erst vor zwei Jahren in Betrieb genommen, unterscheidet sie die Früchte an der Größe und ihrer Farbe, kann aber auch Unterschiede der Qualität und Fehler im Wuchs erkennen.

Vor 23 Jahren wurde das Obstlager gegründet, heute beliefert es auch den Tiroler Handel. „Wir setzen verstärkt auf Regionalität“, betont Marcus Wörle, der Sprecher der Lebensmittelhändler in der Wirtschaftskammer. Man könne für diese Produkte auch etwas mehr verlangen – „wobei der Preis beim Konsumenten nicht einmal mehr so das Kriterium ist“.

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Das Haiminger Obstlager ist jedenfalls laut Eigendefinition die „Drehscheibe für Tiroler Obst“. Und von hier findet es den Weg bis in die Regale in Salzburg, Vorarlberg und Südtirol.


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