Oligarch bedroht die Wall Street

Kenneth Branagh findet in „Jack Ryan: Shadow Recruit“ Amerikas Feinde in Moskau.

Innsbruck –Beim ersten Kinoauftritt des CIA-Analysten Jack Ryan in „Jagd auf Roter Oktober“ propagierten die Autoren um Tom Clancy, den Erfinder der Figur, 1990 noch die technische Überlegenheit sowjetischer Waffensysteme. Für Jack Ryans folgende Einsätze wurde Alec Baldwin durch Harrison Ford ersetzt, die Bedrohungen konzentrierten sich auf Szenarien mit irischen Terroristen in „Die Stunde der Patrioten“ (1992) und kolumbianischen Drogenbaronen in „Das Kartell“ (1994), erst 2002 gelingt es in „Der Anschlag“ einer internationalen Gruppe aus Neonazis mit russischer Unterstützung, eine Atombombe in einem voll besetzten Sportstadion zu zünden. Jack Ryan, dieses Mal von Ben Affleck gespielt, kann gerade noch den US-Präsidenten retten. Nach zwölfjähriger Pause beginnt das Franchise-Unternehmen mit einer Neuerzählung der Figur.

Jack Ryan (Captain-Kirk-Darsteller Chris Pine) studiert an der London School of Economics, doch am 11. September 2001 genügt ihm ein kurzer Blick auf das TV-Gerät, um als Patriot zu den Marines zu wechseln. Bei seinem ersten Afghanistan-Einsatz wird sein Helikopter von einer Rakete getroffen, und während eines langen Jahres der Rehabilitation hilft ihm die Medizinstudentin Cathy Muller (Keira Knightley), seine Beine zu behalten. Diese Ausdauer imponiert dem CIA-Vizedirektor Thomas Harper (Kevin Costner), der den Leutnant überzeugt, das Studium zu beenden und die Wall Street als Heimatfront zu begreifen. Zehn Jahre später beunruhigen anonyme Attacken auf die US-Börsenkurse. Ziemlich altmodisch kommuniziert der Agent in dunklen Kunstkinos mit der CIA, während sich zu Hause Cathy (mittlerweile Ärztin) mit Polanskis „Rosemaries Baby“ ängstigt.

Kenneth Branagh, der nach „Thor“ als Regisseur endgültig in das Actiongenre gewechselt ist, widmet solchen Abschweifungen in „Jack Ryan: Shadow Recruit“ besondere Aufmerksamkeit, da die Vorlage darüber hinaus nicht gerade Tiefe zu bieten hat. In tadellosem Russisch spielt Branagh zudem den Oligarchen Viktor Cherevin. (p. a.)

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