Bei Naturkatastrophen fehlt oft Versicherung

Viele Betriebe sind bei Hochwasser unterversichert. Die neuen Gefahrenpläne bringen Tirols Firmen unter Druck.

Igls –Die Schäden durch Hochwasser, Lawinen oder Muren werden häufiger und teurer. Viele Betriebe sind dennoch nach wie vor nicht ausreichend gegen Naturkatastrophen versichert. Das bestätigten Andreas Krebs, Vorstandsdirektor des Versicherungsberaters Greco International sowie der Obmann der Tiroler Versicherungsmakler, Thomas Tiefenbrunner. Sie erklärten am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung der Wirtschaftskammer in Igls, worauf es bei Prävention und Schutz vor Naturkatastrophen ankommt.

Beim Hochwasser im vergangenen Jahr wurden bei Gewerbetreibenden Schadensfälle zwischen 10.000 und 1 Million Euro verbucht. „In der Industrie sind die Schadenssummen grundsätzlich höher“, erklärte Krebs. Dass die viel diskutierte Pflichtversicherung für Naturkatastrophen kommt, glaubt er nicht.

Eine große Herausforderung für die Betriebe sind vor allem die Gefahrenzonenpläne, die gerade geändert werden. Dadurch rutschen vielerorts Unternehmensgebäude in eine gelbe oder sogar in eine rote Zone. Betroffen ist unter anderem das Fachmarktzentrum in Imst. Tiefenbrunner erklärte, dass sich durch derartige Änderungen eine Gefahrenerhöhung ergibt. Der Versicherer könne betroffenen Betrieben den Vertrag kündigen oder aber eine höhere Prämie verlangen. So oder so – er rät möglicherweise betroffenen Firmen dringend, ihre Polizzen überprüfen zu lassen.

Generell seien die heimischen Betriebe zwar mittlerweile ähnlich gut versichert wie ihre Kollegen in anderen EU-Staaten. Dennoch sieht die Wirtschaftskammer ein eklatantes Aufklärungsbedürfnis. „Beim Hochwasser in Kössen haben viele Leute geglaubt, sie seien versichert, tatsächlich waren sie aber unterversichert“, attestiert Oswald Wolkenstein, Geschäftsführer der Sparte Bank und Versicherung in der WK Tirol. (wer)

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