Wacker-Trainer Streiter fiebert zuhause in Volders mit

Das abgeschlagene Tabellenschlusslicht FC Wacker kämpft heute ab 16.30 Uhr bei der Wiener Austria ohne den erkrankten Trainer Michael Streiter gegen die leidige Auswärtsserie. Roman Wallner steht wieder im Kader.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –Während die Wacker-Profis gestern im Bus Richtung Osten fuhren, blieb der Platz des Cheftrainers frei. Michael Streiter lag nämlich mit einer eitrigen Kehlkopfentzündung schwer angeschlagen im Bett und fiebert förmlich dem heutigen Auswärtsspiel ab 16.30 Uhr gegen die Austria entgegen. Ob der Volderer mit Sportdirektor Flo Klausner in die Generali-Arena nachreist, ist eher unwahrscheinlich. „Ich bin echt bedient. Außerdem ist die Ansteckungsgefahr auch nicht ohne“, krächzte Streiter, der mit den Co-Trainern Andi Schrott und Christian Stoff an der Aufstellung feilt.

Es wird sich einiges ändern. Schließlich sind die Innenverteidiger Zeljko Djokic und Stipe Vucur gesperrt und Christian Schilling fällt mit Nasenbeinbruch aus. Also feiert Sebastian Siller an der Seite von Marco Kofler ebenso ein Comeback wie Thomas Bergmann als rechter Verteidiger. Dafür rückt Armin Hamzic ins defensive Mittelfeld, Miroslav Milosevic spielt im Zentrum und Lukas Hinterseer soll über rechts stürmen. „Wir gehen das Ganze etwas defensiver als zuletzt an“, meinte Schrott, der in ständigem telefonischen Kontakt mit Streiter bleiben wird. Über seinen Part als zwischenzeitlicher Cheftrainer will der Absamer erst gar nicht groß sprechen: „Mir wäre lieber, wenn Michael Streiter dabei ist. Habe aber auch kein Problem damit, zusammen mit Christian Stoff zu coachen.“

Angesprochen auf die leidige Auswärtsserie des FC Wacker – zuletzt sieben Pleiten in Folge –, meinte Schrott trocken: „Ich war nur bei den beiden Niederlagen im Frühjahr dabei und da weiß ich immer noch nicht, warum wir die verloren haben.“ Trotz der deprimierenden Tabellensituation sei Hoffnungslosigkeit absolut nicht angebracht: „Die Austria steht ebenfalls enorm unter Druck, darf sich auf keinen Fall einen Ausrutscher leisten. Vielleicht ist das unsere Chance.“ Für Miroslav Milosevic ist die Statistik nebensächlich: „Jede Serie endet einmal. Wir sind zwar Außenseiter, aber sicher nicht chancenlos.“

Im Kader steht übrigens wieder ein Routinier, der zuletzt ziemlich im Abseits stand. Roman Wallner saß gestern im Bus und ist bereit, seine Torjägerqualitäten für die Schwarzgrünen in die Waagschale zu werfen. „Er hat jene Reaktion im Training der letzten Tage gezeigt, die wir uns erwartet haben. Daher ist er auch wieder dabei. Mehr gibt es nicht zu sagen“, will Schrott das Thema bewusst kleinhalten.

Für die Austria zählen bei der Heimpremiere von Neo-Trainer Herbert Gager nur drei Punkte, um im Rennen um die angestrebten Europacup-Plätze zu bleiben. Schließlich ist der noch regierende Meister seit sechs Ligaspielen sieglos. Mit Spielstärke und einer variantenreichen Offensive muss die Trendwende her. Nur vier von zwölf Heimspielen hat der Titelverteidiger bisher gewonnen. „Wir müssen zeigen, dass wir mit aller Macht diese drei Punkte wollen“, fordert Gager, dem dafür fast alle Mittel recht sind: „Wenn es ein dreckiger Sieg wird, ist es danach auch jedem egal.“


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