Natur

Fleißige Biene plagt Hunger

Von Angela Dähling...

Von Angela Dähling

Schwaz –Der milde Winter stellt die rund 370 Bienenzüchter im Bezirk Schwaz vor Herausforderungen. Zum einen wegen der Varroamilbe, zum anderen wegen des Futtermangels.

Die Varroamilbe legt ihre Eier in die Bienenbrut. „Bei einem kalten Winter gibt es einen Brutstopp von zwei, drei Monaten. Heuer war der Winter so warm, dass die Bienen fast durchbrüteten“, erklärt Alexander Würtenberger, Schriftführer des Bienenzuchtvereines Hippach/Ramsau/Schwendau. Die Folge: Die Milbe vermehrt sich extrem. „Wir bekämpfen den Schädling mit einem speziellen Wärmegerät. Wir hängen die Brutwaben in den Controler. Die Bienenbrut überlebt die Wärmebehandlung, die Milbe nicht“, erklärt Würtenberger. Andere Bienenzüchter würden mit anderen biologischen Mitteln der Varroamilbe den Kampf ansagen, erklärt Gerhard Oberdacher, Bezirks­obmann der Bienenzüchter.

Der Futtermangel sei ein weiteres Problem. Derzeit finden die Bienen nur Pollen, die sie für ihre Brut brauchen, aber noch keine andere Nahrung. Nach dem Honigschleudern im vergangenen Spätsommer wurden die Bienen mit Zuckerwasser als Nahrung in die Winterruhe verabschiedet. „In normalen Wintern verbraucht ein Bienenvolk rund ein Kilo Futter pro Monat. Heuer waren es zwei- bis dreimal so viel“, weiß Oberdacher. Der Grund: „Die Bienen waren wegen des milden Winters schon seit Weihnachten aktiv.“

Es könne sein, dass einige besonders aktive Völker der rund 4200 Bienenvölker im Bezirk Schwaz daher verhungert seien. Denn erst wenn die Weiden blühen bzw. die Temperaturen bei 15 Grad liegen, kontrollieren die Imker ihre Bienenstöcke wieder und hängen bei Futtermangel Honigwaben nach. „Davor sollte man die Bienen in Ruhe lassen“, erklärt Oberdacher.

Bei der kürzlich stattgefundenen Tagung des Bienenzuchtvereins Hippach/Ramsau/Schwendau wurden übrigens Alexander Würtenberger und Josef Fankhauser von Gerhard Oberdacher mit dem bronzenen Verbandsabzeichen für ihre Verdienste in der Imkerei geehrt.

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Angela Dähling

Angela Dähling

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