ÖFB-Nationalteam

Koller warnt vor Spitzenteam Uruguay: „Sind richtig geil auf Tore“

Individuelle Klasse und mannschaftliche Geschlossenheit: Mit der Nummer sieben der Weltrangliste, Uruguay, wartet auf Österreich am Mittwoch ein richtig harter Testspiel-Brocken.

Klagenfurt - Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller hat zum Auftakt des ÖFB-Lehrgangs für das Testspiel gegen Uruguay eindringlich vor den Qualitäten des Mittwoch-Gegners gewarnt. Die Südamerikaner seien „ein Spitzenteam“, das „richtig geil auf Tore ist“, erklärte der Schweizer am Montag in Klagenfurt.

Die aktuelle Nummer sieben der FIFA-Weltrangliste zeichnet sich laut Koller nicht nur durch mannschaftliche Geschlossenheit, sondern auch durch individuelle Klasse aus. „Die Uruguayer haben Künstler, die ein Spiel alleine entscheiden können“, sagte der 53-Jährige mit Hinweis auf Spieler wie Luis Suarez oder Diego Forlan.

Dennoch hofft Koller auf ein positives Resultat gegen den WM-Vierten von 2010 und regierenden Copa-America-Sieger. „Ich bin überzeugt, dass wir ein gutes Spiel zeigen können“, meinte der Teamchef, gab aber gleichzeitig zu bedenken: „Ob Uruguay bereit ist, uns so spielen zu lassen, ist eine andere Frage.“

Auf Regeneration folgt Abschlusstraining

Von seiner Mannschaft wünscht sich Koller ein kompaktes Auftreten in der Defensive und ein beherztes Angriffsspiel. „Wenn wir den Ball haben, wollen wir so schnell wie möglich nach vorne spielen.“ Viel Zeit zum Einstudieren neuer Offensivvarianten bleibt Koller nicht - nach einer Regenerationseinheit am Montag steigt am Dienstag bereits das Abschlusstraining. „Das ist zu wenig, aber das Gute ist, dass wir uns schon kennen und die Spieler wissen, was auf sie zukommt.“

Trotzdem dürfe man, was das Pressing der ÖFB-Auswahl anbelangt, keine übertriebenen Erwartungen haben. „Natürlich würde ich gerne noch mehr Pressing sehen, das ist aber schwierig, weil man bei der Nationalmannschaft nur wenig Zeit hat“, betonte Koller.

Ein scheinbar perfektes Pressing praktiziert derzeit Red Bull Salzburg, wie auch der Teamchef anerkennend feststellte. „Das eine oder andere machen wir auch so, aber nicht alles“, sagte der Schweizer und gab den Gegnern der Mozartstädter einen Tipp. „Wenn man den Ball von hinten weit rausspielt, kann man kein Pressing machen.“

Das ÖFB-Team kann laut Koller, der am Sonntag Salzburgs Stefan Ilsanker nachnominierte, Vorteile aus dem momentanen Erfolgslauf der „Bullen“ ziehen. „Salzburg hat aber auch von uns profitiert. Leitgeb hat bei uns gespielt, da ist er in Salzburg noch auf der Tribüne gesessen“, meinte der 53-Jährige.

Koller hält weiter an Goalie Almer fest

Ein aktueller Tribünengast bei seinem Club ist ÖFB-Einsergoalie Robert Almer - sehr zur Verwunderung von Koller. „Ich verstehe überhaupt nicht, was da abgeht. Bei uns hat er immer ordentliche Leistungen abgeliefert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er aus Leistungsgründen nicht spielt“, sagte der Nationaltrainer über den Cottbus-Legionär, den der Letzte der 2. deutschen Liga möglicherweise deshalb aus dem Kader gestrichen hat, um Prämien zu sparen.

Koller hält dennoch auch in Zukunft an Almer fest. Er sehe überhaupt nicht ein, warum er dem Steirer das Vertrauen entziehen sollte, erklärte der Coach. (APA)

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