Ermittler-Treffen im Fall Lucile

Kriminalisten klären ab, ob eine Verbindung zum Mordfall Franziska besteht.

Von Thomas Hörmann

Innsbruck –Hat der mutmaßliche Mörder eines zwölfjährigen Mädchens im Raum Ingolstadt auch Lucile auf dem Gewissen? Oder erweist sich der mögliche Zusammenhang als Medienente? In etwa einer Woche werden die Ermittler des Landeskriminalamtes mehr wissen: „Wir haben ein Treffen mit der Ingolstätter Polizei vereinbart, um eine etwaige Verbindung zwischen den Verbrechen abzuklären“, sagt Walter Pupp, Leiter des Landeskriminalamtes: „Das Treffen findet in der kommenden Woche statt.“

Die Vorgeschichte: Mitte Februar wurde am Ufer eines Baggersees im Raum Ingolstadt die zwölfjährige Franziska erschlagen. Kurz vor ihrem Tod war es der Schülerin gelungen, eine SMS abzusetzen. Mit der Beschreibung eines Autos, von dem sie sich verfolgt fühlte. Der grüne Toyota führte die Polizei dann tatsächlich zum mutmaßlichen Mörder. Nach einer wilden Verfolgungsjagd konnten die Beamten einen einheimischen Obdachlosen (26) festnehmen. Stefan B. hat den Mord an Franziska gestanden.

Auch die Ermittler des Landeskriminalamtes in Innsbruck interessieren sich für den Fall. Eine Routinemaßnahme – bei Kapitalverbrechen ist es Standard, dass sich die Kriminalisten vergleichbare Straftaten im Umkreis von etwa 500 Kilometern etwas genauer ansehen. Ein tatsächlicher Zusammenhang scheint vorerst aber nicht in Sicht.

Dennoch gibt es zahlreiche Spekulationen vorwiegend deutscher Medien, dass Stefan B. auch für den Tod der französischen Studentin in Kufstein verantwortlich sein könnte.

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Ein immer wieder angeführtes Argument ist dabei die angebliche Verbindung des Mordverdächtigen zu österreichischen Neonazis. Dazu kommt, dass Stefan B. offenbar in der Münchner Auto-Tuning-Szene aktiv war. Was zu weiteren Spekulationen führt – immerhin handelt es sich bei der Mordwaffe im Fall Lucile um eine Eisenstange, mit der beispielsweise Wagenheber bedient werden.

Allerdings sind derartige Werkzeuge in jeder Autowerkstatt und in fast allen Lkw zu finden.

Dass Stefan B. tatsächlich Luciles Mörder ist, gilt in Ermittlerkreisen als eher unwahrscheinlich. Auch, weil die Tiroler Kriminalisten von ihren deutschen Kollegen noch keine Rückmeldung erhielten. „Hätte sich bezüglich eines Zusammenhangs etwas ergeben, wären wir sicher längst informiert worden.“

Nach dem Kriminalistengipfel in einer Woche wird wohl etwas mehr Klarheit herrschen.


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