Musik

„Trostpreis für gebrochene Versprechen“

© Ingo Pertramer

Dem österreichischen Musikpreis Amadeus laufen die Nominierten davon.

Wien –Am 6. Mai versammelt sich die österreichische Musikbranche im Wiener Volkstheater, dort werden die Amadeus Awards 2014 verliehen. Der österreichische Musikpreis, veranstaltet vom Verband der österreichischen Musikwirtschaft (IFPI), sieht sich dieses Jahr allerdings mit grassierendem Nominiertenschwund konfrontiert: Mit dem österreichischen Rapper Monobrother distanzierte sich jetzt bereits der dritte Künstler von den „Amadeus Austrian Music Awards“. Auf seiner Facebook-Seite bezeichnete Monobrother den Award als „Trostpreis für all die gebrochenen Versprechen und unmotiviert-holprigen Versuche, (...) diese völlig verlotterte österreichische Musik­landschaft etwas erträglicher zu gestalten“. Kritik übte er auch an den Medienpartnern des Preises, die ihn und seine Musik bis dato ignorieren würden. Eine „rühmliche Ausnahme“ bilde die FM4-Sendung „Tribe Vibes“. Er wolle jedenfalls nicht durch „pseudo-demokratische, miserabel inszenierte Abstimmungs-Wettbewerbe an Bekanntheit“ gewinnen.

Medienpartner, namentlich die Kooperation des Amadeus Awards mit Kronehit, hatte vergangene Woche auch das Elektroduo Her Voice Over Boys (HVOB) zum Verzicht auf eine Nominierung bewegt. Auf ihrer Website sprachen die Musiker Anna Müller und Paul Wallner von „plumpsten Marketingbedürfnissen“, die „auf dem Rücken österreichischer Bands“ befriedigt würden. Davon abgesehen würde Kronehit „inhaltlich unzutreffend und grammatikalisch fragwürdig“ über die zur Auswahl stehenden Acts informieren.

Kurz darauf zog sich auch die Kärntner Band Naked Lunch zurück – ihre Kritik betraf die musikalischen Kenntnisse des Veranstalters IFPI: Die ungewöhnliche Nominierung in der Kategorie „Rock/Hard ‘n‘ Heavy“ wollten die Indierocker den Veranstaltern laut Facebook-Eintrag „gerne verzeihen“, der fehlerhafte Text und der falsch geschriebene Bandname in der Nominierten-Liste habe sie jedoch „ein wenig verstimmt“. Fazit: „Bitte also, mit fucking Zucker obendrauf, entfernen Sie uns wieder aus der Liste der Nominierten zu besagtem Preis.“ (APA, TT)

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