Felbertauern: Bestbieter stehen fest

Die Angebote für den Bau der neuen Trasse sind geprüft und konkrete Unternehmen für den Zuschlag in Aussicht genommen. Da es keine Einsprüche gab, dürfte den größten Auftrag die Lienzer Firma Frey Bau an Land ziehen.

Von Claudia Funder

Matrei i. O., Lienz –Es ist das größte Projekt seit der Errichtung der Felbertauernstraße, um dessen Zuschlag in den vergangenen Wochen elf Unternehmen, davon zwei Bietergemeinschaften, ritterten: der Bau der neuen Trasse. Die Angebotsfrist lief am 6. Februar ab, die TT berichtete.

In einer Prüfungsphase, in welche die Felbertauernstraß­e AG (FAG) entsprechend Bundes­vergabegesetz gehen musste, wurden nun insgesamt 23 eingereichte Angebote genau unter die Lupe genommen. Wie umfangreich diese Maßnahmen waren, erklärt Michael Köll, technischer Leiter der Felbertauern­straße AG, im Gespräch mit der TT: „Rund 800 Einzelpositionen und 18.000 Preise wurden geprüft.“ Zu klären galt unter anderem, ob die angeführten Preise auch realistisch sind. In einigen Fällen ließ die Kalkulation Fragen offen, was ein Nachhaken erforderte. „Wir haben eine hochauflösende Detailkalkulation eingefordert“, betont Köll. Die Reaktionszeit für die bietenden Unternehmen war denkbar kurz, innerhalb von nur fünf Tagen hatten gefordert­e Nachreichungen zu erfolgen. Kontaktiert wurden von der Straßengesellschaft aber auch die Finanzpolizei und die Gebietskrankenkass­e, um sich ein möglichst genaue­s Bild von der Seriosität der jeweiligen Bieter machen zu können.

Nach Abschluss der Angebotsprüfung wurden die Firmen über die Bestbieter, die in Aussicht genommen worden waren, informiert. Im Anschluss galt eine zweiwöchige Stillhaltefrist, in der etwaige Einwände gegen den beabsichtigten Zuschlag eingebracht werden konnten.

„Es gab keinen einzigen Einspruch“, verriet Köll nach der gestern beendeten Frist auf Nachfrage der TT. „Die Aufträge werden in den nächsten zwei Wochen unterfertigt.“

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Dass bei dem engagierten Großprojekt auch heimische Firmen an vorderster Front mitmischen können, ist seit gestern gewiss. Mehr noch: Auch wenn es in den kommenden Tagen noch allerletzt­e Details zu klären gilt, ist es so gut wie fix, dass ein Osttiroler Bieter den größten Fisch an Land ziehen wird.

Das Unternehmen Frey Bau aus Lienz dürfte mit der Ausführung von zwei der insgesamt drei Bauabschnitte (Abschnitte 2 und 3) betraut werden. Es handelt sich um die beiden zwar kürzeren, aber technisch sehr anspruchsvollen Trassenabschnitte, da hier unter anderem zwei Kehren und ein innovatives 192 Meter langes Brückenbauwerk, das den Hang unterhalb der Mautstelle quert, zu errichten sind. „Die reine Ausführung dieser beiden Bauabschnitte kostet acht Mio. Euro“, betont Köll. Unternehmer Walter Frey hat heute einen Termin in Innsbruck, um weitere Schritte in Sachen Brückenplanung zu setzen.

Für die Ausführung des Bauabschnitts 1 wurde eine Bietergemeinschaft für den Zuschlag in Aussicht genommen – nämlich die Teerag-Asdag mit Sitz im Nordtiroler Kematen gemeinsam mit der Gebrüder Haider GmbH in Großraming/Oberösterreich. Dieser mit zwei Kilometern längste der drei Bauabschnitt­e erfordert vorwiegend Erdbaumaßnahmen. Kosten: sechs Mio. Euro.

Mit der neuen Trasse am Felbertauern ist man auch in puncto Behördenverfahren auf Spur. „Die Verhandlungen sind abgeschlossen“, erklärt Köll. „Die forst- und wasser­rechtlichen Verhandlungen fanden am vergangenen Freitag statt.“ Es wird damit gerechnet, dass die Bescheide der Behörde in zwei Wochen ausgestellt sind.

Acht Ordner sind mit 600 Seiten Papier und 60 Plänen gefüllt, die für das Groß­projekt eingereicht wurden.

Sind die Aufträge unterfertigt, wird es rasch an die Baustellenvorbereitung gehen, denn Mitte April soll der Startschuss fallen. Die Baumaßnahmen werden unter Hochdruck bis zur Winterpause im November ausgeführt, bevor sie im Anschluss ab April 2015 fortgesetzt werden.

Als Termin für die Verkehrsfreigabe wird nach wie vor Sommer 2015 angepeilt.


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