Pompeji droht Verlust von Status als UNESCO-Welterbe

UN-Organisation drängt auf rasche Umsetzung von Restaurierungsarbeiten. Immer mehr Mauern stürzen ein.

Neapel – Der weltbekannten Ausgrabungsstätte Pompeji bei Neapel droht der Verlust ihres Status als UNESCO-Welterbe, sollte die Regierung in Rom nicht sofort die dringlichsten Restaurierungsarbeiten umsetzen. Dies betonte der Präsident der italienischen UNESCO-Kommission, Giovanni Puglisi, nach Angaben italienischer Medien.

„Man kann keine Zeit mehr verlieren. In Pompeji sind nicht nur archäologische, sondern hydrogeologische Eingriffe zur Rettung des gesamten Gebiets notwendig“, sagte Puglisi. Er machte eine schlechte Verwaltung der bedeutenden archäologischen Stätte verantwortlich. Die Lage in der vor rund 2.000 Jahren vom Vesuv zerstörten Stadt sei „dramatisch“, erklärte Antonio Irlando von der Beobachtungsstelle für das Kulturerbe.

Nach heftigen Niederschlägen in den vergangenen Tagen waren zuletzt drei Wände in der Ruinen-Stadt eingestürzt. Am Montag war die Wand eines historischen Geschäfts unter dem Gewicht einer weiteren eingestürzten Mauer zusammengebrochen. Erst am Sonntag waren Steine aus einem Bogengang des Venus-Tempels herabgefallen und eine weitere Mauer in der Nekropolis umgestürzt. Am heutigen Dienstag leitet Kulturminister Dario Franceschini eine Sondersitzung, um die Schäden zu bewerten.

Im vergangenen Jahr haben Restauratoren mit Arbeiten an dem UNESCO-Welterbe begonnen, 105 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Allerdings ist die Restaurierung wegen bürokratischer Hürden schon deutlich in Verzug geraten. Das Projekt gilt als entscheidend, um Pompeji zu erhalten.

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Die archäologische Stätte in Süditalien ist kulturell von großer Bedeutung. Bei einem Vulkanausbruch des Vesuvs im Jahre 79 nach Christus wurde die antike Stadt Pompeji unter meterhohen Aschebergen begraben und dadurch weitgehend konserviert. Tausende Menschen wurden getötet. Nach der Wiederentdeckung der altrömischen Stadt in der Neuzeit waren 44 Hektar der unter dem Auswurf zu großen Teilen gut erhaltenen Stadtanlage freigelegt worden, sie gelten als Schaufenster in die antike Siedlungsgeschichte. Europäische und italienische Fördermittel in Höhe von 105 Millionen Euro waren für die Restaurierung des UNESCO-Welterbes schon vor längerer Zeit bereitgestellt worden. (APA)


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