Tödlicher Unfall in Unterperfuss: Fahrerflüchtiger Lenker stellt sich

Ein 26-jähriger Tiroler wurde am Dienstagabend von einem PS-starken Audi angefahren und getötet. Der Fahrer flüchtete, meldete sich aber nach 17 Stunden bei der Polizei.

Auf der Völser Straße kam es am 4. März zu einem Zusammenstoß zwischen einem Pkw und einem Fußgänger.
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Kematen – Einen Fußgänger getötet und dann geflüchtet: Ein zunächst unbekannter Autolenker löste am Faschingsdienstag kurz vor Mitternacht umfangreiche Ermittlungen der Polizei aus. Der 31-Jährige hatte gegen 23.20 Uhr auf der Völser Straße zwischen Unterperfuss und Kematen mit seinem Pkw einen 26-jährigen Einheimischen gerammt. Ohne sich um das Opfer zu kümmern, suchte der Autofahrer das Weite. Der Kemater hatte keine Chance. Obwohl Notarzt und die Zirler Rettung rasch zur Stelle waren, starb der 26-Jährige noch am Unfallort.

Der Todeslenker hinterließ am Tatort beinahe so etwas wie eine Visitenkarte. „Wir sind daher optimistisch, den Fahrer ausforschen zu können“, sagte Mittwochmittag Polizei-Bezirkskommandant Gerhard Niederwieser.

Die „Visitenkarte“ bestand aus einer Lüftungsabdeckung, die nach dem Zusammenstoß am Unfallort zurückblieb. „Und diese Abdeckung stammt eindeutig von einem schwarzen Audi RS4, Baujahr 2000 oder 2001“, erklärte der Bezirkskommandant: „Das wissen wir durch die Seriennummer, die am Teil angebracht ist.“

Dass der Todeslenker am Steuer eines fast 400 PS-starken Audi RS4 (0-100 in knapp fünf Sekunden, 250 km/h Spitze) saß, erleichterte der Polizei die Ermittlungsarbeit. „Das Auto ist sehr selten. In Tirol sind lediglich zehn Fahrzeuge dieses Typs angemeldet“, sagte Niederwieser.

Und so erhielten die Besitzer der seltenen Sportlimousinen noch am Aschermittwoch Besuch von der Exekutive. Allerdings ohne zählbares Ergebnis, die Autos waren unbeschädigt, die Fahrzeughalter konnten Alibis vorweisen.

Niederwieser befürchtete bereits, dass der Todeslenker am Steuer eines ausländischen Audis saß. Eine Annahme, die am Mittwochnachmittag bestätigt wurde. Gegen 16 Uhr stellte sich ein 31-Jähriger aus dem Großraum Innsbruck der Kemater Polizei. „Der Mann hat zugegeben, für den tödlichen Unfall verantwortlich zu sein“, so Niederwieser weiter. Den beschädigten Audi konnte die Polizei in einer Garage in Zirl sicherstellen. Am Fahrzeug waren bulgarische Kennzeichen montiert.

Rund 200 Menschen werden in Tirol laut Angaben des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) pro Jahr Opfer eines Fahrerfluchtunfalls. Von den 2000 Unfällen mit Fahrerflucht österreichweit endeten sechs im vergangenen Jahr tödlich, 2012 waren es acht.

„Schwere Verkehrsunfälle mit Fahrerflucht sind leider keine Ausnahme. Im Durchschnitt passieren in Österreich täglich fünf Unfälle mit Personenschaden, bei denen der Unfalllenker Fahrerflucht begeht“, erklärt VCÖ-Expertin Bettina Urbanek. In den Jahren 2009 bis 2012 wurden in Österreich 39 Menschen bei Verkehrsunfällen mit Fahrerflucht getötet und 8000 Menschen verletzt. Laut Untersuchungen sind acht von zehn Fahrerflüchtigen Männer. In Tirol kamen laut Angaben des VCÖ heuer bislang fünf Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, österreichweit waren es bereits 76 Verkehrstote. (tom, kaz)


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