Drei Jahre teilbedingt für „stümperhaften“ Casino-Räuber

21-Jähriger war bei zwei Überfällen in Wolfsberg gescheitert. Der Kärntner nahm eine Wollhaube und ein Küchenmesser und lauerte einer Casino-Kellnerin auf.

(Symbolfoto)
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Klagenfurt/Wolfsberg – Ein 21 Jahre alter Kärntner ist am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt wegen versuchten Raubes zu drei Jahren Haft, eines davon unbedingt, verurteilt worden. Der Mann war geständig, im vergangenen Jänner in einer Nacht zwei Überfälle auf Automaten-Casinos in Wolfsberg verübt zu haben. Beute hatte er bei keinem der Raube gemacht. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Als „stümperhaft“ bezeichneten sowohl Richterin Michaela Sanin wie auch Verteidiger Gunther Huainigg die Raubversuche des jungen Angeklagten. Dieser war seit eineinhalb Jahren regelmäßiger Besucher von Wettcafes und verspielte dort sein Geld, zuletzt allmonatlich die 420 Euro Entschädigung für die Ableistung seines Zivildiensts. Staatsanwalt Helmut Jamnig: „In Summe hat er mehr Verluste als Gewinne gemacht.“

Im Jänner war es wieder einmal so weit. Mit einem Freund hatte der 21-Jährige ein Casino besucht, etwas Alkohol getrunken und 80 Euro verloren. Der Angeklagte bei Gericht: „Ich hatte in der letzten Zeit nur mehr Geld verspielt, ich hab mich verarscht gefühlt von den Spielcasinos.“ Daraufhin habe er beschlossen, sich den Verlust „zurückzuholen“.

Der Kärntner nahm eine Wollhaube und ein Küchenmesser und lauerte einer Casino-Kellnerin auf. Die junge Frau erblickte die vermummte Gestalt aber rechtzeitig, rettete sich in ihr Auto und fuhr direkt zur nächsten Polizei. Nach diesem ersten Scheitern machte sich der Bursche auf zum nächsten Wettcafe. Dort war der Kellner gerade beim Zusammenräumen, als der 21-Jährige mit dem Messer in der Hand die Tür öffnete und „Geld her“ verlangte. „Verschwinde!“ rief der Angestellte und hielt einen Barhocker drohend in die Höhe. Der junge Mann floh und wurde prompt von einer Streife aufgegriffen.

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Bei seiner Festnahme wehrte sich der 21-Jährige heftig, trat einem Polizisten gegen den Fuß. Daher kamen in der Anklage noch Widerstand gegen die Staatsgewalt und eine schwere Körperverletzung hinzu. Die Richterin bat der Angeklagte dann unter Tränen um ein mildes Urteil: „Ich weiß nicht, was in dieser Nacht mit mir los war. So etwas wird sicher nie mehr passieren.“

„Auch wenn es stümperhafte Versuche waren, waren es versuchte schwere Raube, Kapitalverbrechen, bei denen früher noch Geschworenengerichte entschieden“, mahnte Richterin Sanin nach der Urteilsverkündung. Verteidiger wie Staatsanwalt erbaten sich drei Tage Bedenkzeit, das Urteil ist daher nicht rechtskräftig. (APA)


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