Jahr der Meilensteine für Sicherheit

Heuer fließen insgesamt rund 75 Millionen Euro in den Schutz vor Naturgefahren in Tirol. Damit sollen einige bedeutende Schutzbauten abgeschlossen bzw. deren Umsetzung beschleunigt werden.

Von Christoph Mair

Innsbruck – Der Sommer des Vorjahres und der ablaufende Winter lieferten in den Augen der Verantwortlichen die besten Argumente für effizienten Schutz vor Naturgefahren in Tirol: Jahrhundertflut im Jun­i in Kössen, Schneechaos im Februa­r in Osttirol. „Die immer häufiger auftretenden Wetterextreme verlangen einen weiteren Ausbau von Schutzmaßnahmen sowie eine Optimierung der bestehenden“, betont der für die Sicherheit politisch zuständig­e LHStv. Josef Geisler (VP).

Die Sicherheit kostet Geld. Viel Geld. Heuer sollen insgesamt mehr als 75 Millionen Euro – 15 mehr als im Vorjahr – von mehreren Finanziers (EU, Bund, Land, Gemeinden) in den Schutz vor Naturgefahren fließen, erläuterte Geisler bei der Vorstellung des Jahresprogramms am Mittwoch.

Den größten Teil davon (ca. 37 Mio. Euro) stemmt die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV). Deren Tirol-Chef Siegfried Sauermoser zählt für heuer gleich einige „Meilensteine“ auf. „Ende dieses Jahres werden alle 279 Gemeinden in Tirol einen modernen, ministergenehmigten Gefahrenzonenplan haben.“ Eine wichtige Grundlage für die Einschätzung von Gefahrenpotenzialen und die Planung von Schutzmaßnahmen.

Bei den Bauprojekten werde die WLV heuer einige der größten Lawinenverbauunge­n fertig stellen, berichtete Sauer­moser. Sowohl in St. Anton (Baubeginn 1988) als auch im Schmirntal, wo die WLV seit den Siebzigerjahren engagiert ist, werden die Arbeiten abgeschlossen.

Unter Hochdruck werde auch am Hochwasserschutz in Kössen gearbeitet, sagte Markus Federspiel von der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes. Die Maßnahmen wurden nach dem Hochwasser, wie berichtet, extrem beschleunigt. Die erste Baustufe werde in einer Woche statt im Jahr 2017 fertig, auch mit der dritten und letzten soll heue­r im Herbst noch begonnen werden. Für die Talflüsse im Land stehen heuer 23,5 Mio. Euro zur Verfügung.

In die Revitalisierung des Schutzwaldes fließen 15 Mio. an Fördermitteln, berichtete Christian Schwaninger von der Landesforstdirektion. Die Waldschäden nach den massiven Schneefällen in Ost­tirol bezeichnete er als „überschaubar“. Wenig besorgt zeigten sich die Experten punkto Schneeschmelze in Osttirol. „Wenn sie normal vor sich geht, habe ich wenig Sorge“, sagte Sauermoser. „Problematisch ist sie nur, wenn sie spät und exzessiv einsetzt und dann zu viel Wasser in den Hängen ist. Aber unsere Leut­e sind wachsam“, versicherte Sauermoser, nach dessen Erfahrung extreme Wetterereignisse mehr werden.


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