Erster Prozess im Aldranser Heimskandal

Innsbruck – Das Aldranser Altenheim St. Martin ist Thema für Staatsanwälte und Richter, nachdem im September 2012 einer der größten Veruntre...

Innsbruck –Das Aldranser Altenheim St. Martin ist Thema für Staatsanwälte und Richter, nachdem im September 2012 einer der größten Veruntreuungsskandale in einem Tiroler Heim aufgeflogen war.

698.200 Euro waren in drei Jahren verschwunden, ohne dass dies jemandem aufgefallen sein will. Schnell geriet der vom Heimleiter eingestellte Christoph Z. in Verdacht, der schon 2007 wegen schweren Betrugs zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden war und mittlerweile verstorben ist.

Gestern waren am Landesgericht dessen Eltern wegen betrügerischer Krida angeklagt. Hatte Vater Erich doch eine Anstellung als Kopierer im Heim angenommen – Einkünfte sowie Fahrtengeld über 9175 Euro gingen jedoch auf das Konto seiner Ehefrau, die gegenüber dem Heim als offizielle Vertragspartnerin auftrat. Der 76-Jährige bekannte sich für nicht schuldig und erklärte, dass das Heim mit ihm persönlich in keine Vertragsbeziehung treten wollte. Er habe jedoch nach einer Beschäftigung gesucht, dass ihm in Salzburg „nicht die Decke auf den Kopf fällt“.

„Verdienen wollte ich nichts dabei!“ Und so fuhr der Rentner nach seinen Darstellungen mit dem Auto seiner Frau jeweils von Salzburg nach Aldrans, um für kleines Geld fleißig zu kopieren. Und verrechnete Fahrtgeld, obwohl er laut Staatsanwalt Thomas Patterer in Aldrans sogar über neun Monate gemeldet war.

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Nicht nur anwesende Gläubiger, die aufgrund offener Millionenschuld eigentlich Anrecht auf Einkünfte gehabt hätten, schüttelten da den Kopf. Richter Andreas Mair: „Wirkt reichlich konstruiert, Ihre Geschichte!“ Eine Psychiaterin klärt nun die Verhandlungsfähigkeit der mitangeklagten Ehefrau. (fell)


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