EU friert Konten von Janukowitsch und 17 anderen Ukrainern ein

Die ehemaligen ukranische Führung bekommt den Zorn der Europäischen Union zu spüren. Die EU friert die Konten von 18 Personen ein. Darunter ist Ex-Präsident Janukowitsch.

Der frühere ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch.
© EPA

Kiew/Brüssel - Die EU sperrt die Konten des früheren ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und von 17 weiteren Personen. Eine entsprechende Liste wurde Donnerstagfrüh online im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Die Sanktionen richtet sich gegen Menschen, die die EU für die Veruntreuung oder Unterschlagung staatlicher ukrainischer Gelder oder für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich macht.

- Viktor Janukowitsch (Ex-Präsident)

- Vitali Sachartschenko (Ex-Innenminister)

- Viktor Pschonka (ehemaliger Generalstaatsanwalt)

- Oleksander Jakimenko (ehemaliger Leiter des Sicherheitsdienstes)

- Andrej Portnow (Ex-Berater von Janukowitsch)

- Olena Lukasch (Ex-Justizministerin)

- Andrej Klujew (ehemaliger Leiter des Präsidialamtes)

- Viktor Ratuschniak (Ex-Vize-Innenminister)

- Oleksander Janukowitsch (Sohn des Ex-Präsidenten, Geschäftsmann)

- Viktor Janukowitsch (Sohn des Ex-Präsidenten, Abgeordneter)

- Artem Pschonka (Sohn des ehemaligen Generalstaatsanwalts, Vize-Fraktionschef der Partei der Regionen)

- Sergej Klujew (Geschäftsmann, Bruder von Andrej Klujew)

- Mykola Asarow (Ex-Premier)

- Alexej Asarow (Sohn des Ex-Premiers)

- Sergej Kurtschenko (Geschäftsmann)

- Dmitri Tabatschnik (Ex-Bildungsminister)

- Raissa Bogatyrjowa (Ex-Gesundheitsministerin)

- Igor Kalinin (Ex-Berater des Präsidenten)

Die EU-Außenminister hatten am Montag beschlossen, eine entsprechende Liste zu erstellen. Betroffen sind unter anderem auch der ehemalige Innenminister Vitali Sachartschenko, Ex-Generalstaatsanwalt Viktor Pschonka, die frühere Justizministerin Olena Lukasch, Ex-Regierungschef Mykola (Nikolai) Asarow, der ehemalige Leiter des ukrainischen Präsidialamtes Andrej Klujew sowie der Sohn von Janukowitsch, Oleksander.

Österreich hatte bereits am Freitag auf Ersuchen der neuen Regierung in Kiew mutmaßliche Konten von 18 Ukrainern - darunter Janukowitsch, dessen Sohn Oleksander, Klujew und Asarow - bei heimischen Banken bis auf Weiteres eingefroren. Das Außenamt hatte die unilaterale Aktion als vorläufige Maßnahme bis zum Inkrafttreten der EU-Sanktionen erklärt. Ob und wieviel Geld die betroffenen Ukrainer auf heimischen Konten liegen haben, wurde nicht bekannt. Die ukrainische Opposition sieht in Österreich einen der wichtigsten Anlageorte für Oligarchen im Umfeld des gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch.

EU-Sondergipfel am Donnerstag

Darüber hinaus verfügte die EU nun Kontensperren auch für den zweiten Janukowitsch-Sohn Viktor, und den Sohn des ukrainischen Ex-Premiers, Alexej Asarow, der mehrere Immobilien in Wien, darunter eine Villa in Wien Pötzleinsdorf, besitzen soll. Betroffen ist nun auch der ebenfalls in Wien seit Jahren unternehmerisch tätige Geschäftsmann Sergej Klujew, Bruder von Andrej Klujew. Die Brüder Klujew besitzt die Wiener Slav AG.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Die Sanktionen waren bereits am Vortag (Mittwoch) von den EU-Staaten beschlossen worden, treten aber erst mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft. Damit geht die EU gegen Personen vor, die sie für die Veruntreuung oder Unterschlagung staatlicher ukrainischer Gelder oder für Menschenrechtsverletzungen verantwortlich macht.

Bei einem Sondergipfel am Donnerstag in Brüssel wollen die europäischen Staats- und Regierungschefs über die Lage in der Ukraine beraten. Dabei wollen sie grünes Licht für Finanzhilfen für die Ukraine in Höhe von rund elf Milliarden Euro geben. Die Gipfelteilnehmer wollen auch über Sanktionen gegen Russland entscheiden. Russische Soldaten haben die zur Ukraine gehörende Halbinsel Krim unter ihre Kontrolle gebracht. Moskau weist den Vorwurf zurück. (APA/dpa)


Kommentieren


Schlagworte