Polizei war Todeslenker schon auf der Spur

Von Thomas Hörmann...

Von Thomas Hörmann

Kematen – Er habe den Aufprall selbstverständlich bemerkt, dabei aber an ein Tier, vielleicht ein Reh, gedacht: So rechtfertigt der 31-jährige Audi-Fahrer gegenüber der Polizei, warum er am späten Faschingsdienstag nach dem tödlichen Unfall bei Kematen nicht angehalten hat. Tatsächlich war es kein Reh, sondern ein 26-jähriger Fußgänger aus Kematen, der auf der Völser Landesstraße ums Leben kam.

Der 400 PS-starke Audi RS4 wurde beim Aufprall schwer beschädigt: Stoßstange, Motorhaube und Dach verbeult, Windschutzscheibe zersplittert: „Der Lenker musste auf der Beifahrerseite durch die Scheibe schauen, als er von der Unfallstelle wegfuhr“, sagt Polizei-Bezirkskommandant Gerhard Niederwieser. Wie die Ermittlungen ergaben, lenkte der 31-Jährige aus dem Bezirk Innsbruck-Land die geliehene Sportlimousine unverzüglich in die Werkstatt seines Chefs und Besitzer des Wagens nach Zirl. „Dort versuchte er noch in der Nacht, die Schäden zu beheben, gab dann aber auf“, so Niederwieser weiter.

Durch die Wrackteile am Unfallort wussten die Polizei-Ermittler bald, dass ein seltener Audi RS4 im Spiel war. Denn nur zehn dieser Autos sind in Tirol angemeldet. Systematisch klapperten die Beamten am Aschermittwoch die Besitzer der Autos ab. Und stießen so auch auf den Chef des 31-Jährigen, der zwei RS4 besitzt. „Wir wollten die Autos gerade überprüfen, als sich der Unfalllenker gegen 16 Uhr bei der Polizei in Kematen stellte“, sagt Niederwieser: „Seine Ausforschung wäre nur noch eine Frage der Zeit gewesen.“

17 Stunden nach dem Unfall war keine Alkoholisierung feststellbar. Der Lenker räumte ein, vor der Todesfahrt ein wenig Alkohol konsumiert zu haben.


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