Illegaler Welpenhandel: Zwei Wiener schuldig gesprochen

Die Anklage warf dem Paar vor, seit 2012 Hundewelpen aus der Slowakei bezogen und übers Internet angeboten zu haben. Die Tiere seien offenbar schwer krank gewesen und nur wenig später verstorben bzw. hätten eingeschläfert werden müssen.

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© TT/Thomas Böhm

Wien – Wegen des Verkaufs von kranken und viel zu jungen Hundewelpen sind am Donnerstag zwei Wiener wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs und Tierquälerei von einem Schöffensenat schuldig gesprochen worden. Das Paar wurde zu zwei Jahren Haft, davon acht Monate unbedingt, verurteilt. Der Richterspruch ist nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab, Verteidiger Werner Tomanek erbat sich drei Tage Bedenkzeit.

Am letzten Verhandlungstag kam zutage, dass der Angeklagte noch während des laufenden Verfahrens weiterhin regen Handel mit den Hundewelpen betrieben hatte. Zwei Zeugen berichteten, dass sie sich im Jänner auf ein Internetinserat des nun Beschuldigten, in dem er Staffordshire-Bullterrier angeboten hatte, gemeldet hätten. Bei einem Treffen in Wien saß ein Hund im Auto des Mannes und machte laut Zeugin „einen matten Eindruck“. Die beiden Frauen verweigerten den Kauf des Tieres und erstatteten beim Veterinärdienst der Stadt Wien (MA60) Anzeige.

Die Zeugin erkannte auf Befragen von Richter Stefan Romstorfer in dem Angeklagten jenen Mann wieder, der ihr den Hund verkaufen wollte. Zudem habe sie sich das Nummernschild des Fahrzeuges gemerkt. „Ich kenne diese Frau überhaupt nicht“, wies der Beschuldigte die Vorwürfe zurück.

Kranke und viel zu junge Hundewelpen

Die Anklage warf dem Paar vor, seit 2012 Hundewelpen aus der Slowakei bezogen und übers Internet angeboten zu haben. Sechs Welpen unterschiedlichster Rassen wären bereits verkauft worden - und zwar zu Preisen zwischen 190 und 450 Euro. Die Tiere seien offenbar schwer krank gewesen und nur wenig später verstorben bzw. hätten eingeschläfert werden müssen.

Aufgeflogen waren die Beschuldigten durch die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“. Sie hatten sich als Testkäufer ausgegeben und so den Fall ins Rollen gebracht. Nachdem sie Hinweise von Geschädigten erhalten hatten, haben Tierschützer ein Treffen vereinbart. Sie filmten das Verkaufsgespräch in einer Wohnung mit 13 Welpen mit versteckter Kamera, gaben vor, noch Geld vom Bankomaten holen zu wollen - und kehrten mit Polizei und Amtstierarzt zurück. (APA)


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