Erstmals Verurteilung in den USA wegen Wirtschaftsspionage für China

Zwei Männer sollen Firmengeheimnisse von DuPont an die chinesische Pangang Group verkauft haben.

Washington - In den USA sind zum ersten Mal Urteile wegen Wirtschaftsspionage für China verhängt worden. Zwei Männer wurden am Mittwoch von einem Bundesgericht in Kalifornien außerdem wegen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen und weiterer Vergehen schuldig gesprochen. Auch eine von ihnen betriebene Firma wurde verurteilt.

Das Strafmaß wird frühestens im Juni verkündet, die beiden Männer müssen aber mit Haftstrafen von mindestens 25 Jahren rechnen.

Nach Ansicht des Gerichts hatte Walter Lian-Heen Liew, der auch unter dem Namen Liu Yuanxuan auftrat, seinen Mitangeklagten Robert Maegerle dafür bezahlt, Geschäftsgeheimnisse der Chemiefirma DuPont weiterzugeben, wo Maegerle 35 Jahre lang gearbeitet hatte. Profiteur war demnach das chinesische Staatsunternehmen Pangang Group. Konkret ging es um die Herstellung des Pigments Titandioxid, mit dem Papier, Plastik und andere Materialien weiß gefärbt werden können.

Die Pangang Group soll für die Geschäftsgeheimnisse insgesamt mehr als 20 Mio. Dollar (14,57 Mio. Euro) bezahlt haben. In der Industriestadt Chongqing plante die Firma den Bau einer Großfabrik zur Herstellung von Titandioxid.

Das US-Justizministerium teilte mit, die Urteile gegen Liew, Maegerle und deren gemeinsame Firma USAPTI seien der erste Fall, in dem ein Bundesgericht Verurteilungen wegen Wirtschaftsspionage zugunsten Chinas ausgesprochen habe. Der Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen von US-Unternehmen zugunsten ausländischer Regierungen sei „eine große Bedrohung für unsere nationale und wirtschaftliche Sicherheit“. In dem DuPont-Fall laufen noch weitere Gerichtsverfahren. (APA/AFP)


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